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Wachstum Europa ist nur knapp über dem Strich

Niedriger Ölpreis, lockere Geldpolitik und gute Nachrichten aus den USA: Trotz guter Vorlagen kommen Europas Volkswirtschaften nicht in Schwung. Das liegt zunehmend auch an Deutschland.

Euro-Münze vor einer Weltkarte. Quelle: dpa

Trotz anziehender Konjunktur in einigen Krisenländern kommt die Wirtschaft in der Euro-Zone nicht richtig in Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, betätigte das Statistikamt Eurostat am Freitag eine frühere Schätzung. Im Vorquartal war das Plus mit 0,1 Prozent noch kleiner ausgefallen. Ein besseres Abschneiden verhinderten vor allem die beiden großen Euro-Länder Deutschland und Italien. Europas größte Volkswirtschaft schaffte lediglich ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, während Italien sogar um 0,1 Prozent schrumpfte.

Zuvor hatte bereits die Bundesbank wie die meisten Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für die Jahre 2014 bis 2016 gesenkt. Grund zur Sorge sieht Bundesbank-Präsident Jens Weidmann aber nicht. Insgesamt bleibe die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs, betonte er. Es bestehe „die begründete Hoffnung, dass sich die aktuelle Schwächephase als vorübergehend erweist“, so Weidmann.

Die Stärken Deutschlands

Auch in einigen Krisenstaaten geht es nach jahrelanger Krise allmählich bergauf – aber nur sehr langsam. Der einstige Pleitekandidat Griechenland setzte sich mit einem Plus von 0,7 Prozent an die Spitze. Auch Spanien legte mit 0,5 Prozent deutlich zu.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Wachstumsprognosen auch wegen des schwachen Abschneidens im dritten Quartal gesenkt. Die Prognose für 2015 wurde auf 1,0 von 1,6 Prozent gesenkt, für 2016 auf 1,5 von 1,9 Prozent. Im zu Ende gehenden Jahr sollen es 0,8 (bisher 0,9) Prozent sein. "Die schwache Wachstumsdynamik hat gemeinsam mit den hohen geopolitischen Risiken das Potenzial, das Vertrauen und vor allem die privaten Investitionen zu drücken", sagte EZB-Chef Mario Draghi.

Die Schwächen Deutschlands

Die Industriestaaten-Organisation OECD warnt in ihrem Wirtschaftsausblick sogar: "Insgesamt tritt der Euroraum auf der Stelle und ist zu einem großen Risiko für das weltweite Wachstum geworden, da die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau verharrt und die Inflation weiterhin deutlich unter der Zielvorgabe liegt".

Die Unternehmen der Euro-Zone investierten im Sommer angesichts ungewisser Absatzaussichten erneut weniger. Die Exporte legten zwar zu, aber langsamer als die Importe. Wachstumsgarant war der private Konsum, der um 0,5 Prozent zulegte.

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