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Währungsexperte Hankel "Der Euro droht zum Transfer-Rubel zu werden"

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Rückführung zur Wechselkursunion

Wie viel der Euro wirklich wert ist
Euro oder Gold
Der Euro im Währungsmix...
...und gegenüber dem DollarGemessen an der US-Währung hatte der Euro einen schwachen Start – dann stieg er kräftig an und erreichte im April 2008 mit fast 1,60 Dollar seinen höchsten Wert. Doch mit Ausbruch der Finanzkrise sackte er ab.
Bislang kein Teuro
Schwellenländer holen aufDie Währungen der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) gewinnen an Bedeutung. Der Euro wertete seit Ausbruch der Krise gegenüber diesen Währungen ab (Index 2000 = 100; Quelle: Thomson Reuters).

Inflation und eskalierende Kapitalflucht lassen die Euro-Zone tiefrote Zahlen in Leistungs- und Zahlungsbilanz schreiben, die auch Deutschlands Leistungsbilanz-Überschussrekorde nicht mehr kompensieren können. Der Euro wertet ab im freien Fall: nicht nur zu Gold und US-Dollar, sondern zu allen übrigen stabilen Weltwährungen. Die EZB, eine Zentralbank ohne ausreichende Reserven, ist dann auf die Unterstützung durch die nationalen Zentralbanken angewiesen. Und wenn diese sich weigern? EU-Kommission und Euro-Rettern stehen dann ganz legal die in Artikel 64 AEUV vorgesehenen „Ausnahmen im Kapitalverkehr mit Drittstaaten“ als Stützungsmaßnahme für den Euro zur Verfügung. Die Kapitalbremse nach außen wird so zum wirksamen Ersatz für die ohnehin unglaubwürdige Schuldenbremse im Inneren! Der weltweit konvertible Euro mutiert dann, frei von jedem Wechselkursdruck, zur Binnenwährung des gemeinsamen Marktes. Wie weiland der Transfer-Rubel der UdSSR oder die Mark der DDR!

Gefängnis Europa

Zwar gelänge es so, den Kapitalentzug der europäischen Volkswirtschaften zu stoppen, doch um welchen Preis? Das Ausland verlöre jedes Interesse an europäischen Kapitalbeteiligungen und Joint Ventures. Hauptgeschädigte wären Länder mit starken Exportstrukturen wie Deutschland. Ein nur noch beschränkt konvertibler Euro verwandelt EU und Euro-Zone nicht nur in einen kafkaesken Bürokraten-Staat, sondern in ein wirtschaftliches Gefängnis. Geschäfte mit dem Euro-Ausland und Reisen dorthin müssten beantragt und genehmigt werden. Der Lebensstandard der Bevölkerung sänke nachhaltig, trotz formeller Inflationskontrolle. Denn vom Überschuss der gesamteuropäischen Leistungsbilanz hängt ab, wie viel Geld für den Import von Auslandsgütern sowie Auslandsreisen zur Verfügung steht und wer für was die unentbehrlichen Devisenzuteilungen erhält.

In Arbeit
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Dieser Prozess lässt sich nur stoppen, wenn statt Euro-Rettung die Rückführung der Währungsunion in eine Wechselkursunion betrieben wird, wie sie in der EU vor Einführung des Euro bestand und Grundlage aller internationaler Währungssysteme der Vergangenheit war, gleichviel ob Bretton Woods oder Goldstandard. Kein Staat kann zwei Dinge aus der Hand geben: seine Verantwortung für stabiles Geld und ausreichende Beschäftigung. Der Euro hat den Beweis erbracht, dass es beides in „einem Geld der 17“ nicht gibt und dass bei „sozialisierter“ Geldpolitik kein Staat seine gesellschaftlichen Probleme lösen kann.

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