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Währungsunion Der Euro im Faktencheck

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These 2: Durch den Euro entfallen die Wechselkursrisiken und Umtauschkosten innerhalb Europas. Die Preistransparenz steigt

Wo die Preise explodieren
Frau in Supermarkt Quelle: dpa
Brot Quelle: dpa
Eine Frau beißt in Schokolade Quelle: dpa
Kaffeebohnen Quelle: dpa
Drehstromzähler Quelle: dpa
Grillwürstchen Quelle: dpa
Jemand tankt Quelle: dpa

Eine der optimistischsten Voraussagen über den Euro stammt aus dem Jahr 1992. Eine Gruppe von europäischen Ökonomen schätzte damals, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion dank des Euro um zusätzlich 0,5 bis 1,0 Prozent wachsen werde. Ob an dieser Zahl etwas dran ist, ist aus heutiger Sicht schwer nachzuprüfen. Doch Fakt ist, dass die Gemeinschaftswährung die Unternehmen und Verbraucher zunächst einmal finanziell entlastet (zumindest so lange, wie man die Lasten für die Steuerzahler durch teure Rettungsaktionen für Krisenstaaten nicht gegenrechnet).

Experten schätzen, dass die europäischen Unternehmen in der Währungsunion jährlich 20 bis 25 Milliarden Euro sparen. Sie müssen kaum noch fremdländische Währung kaufen, denn auch Geschäfte mit Partnern außerhalb der Währungsunion werden häufig in Euro abgeschlossen. Schätzungen zufolge wickelt die deutsche Exportwirtschaft mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Ausfuhren in Euro ab. Die Betriebe sparen so die Gebühren und den bürokratischen Aufwand für Fremdwährungskonten. Auch die Kosten für Absicherungsgeschäfte gegen schwankende Wechselkurse fallen innerhalb der Euro-Zone weg.

Termingeschäfte für teures Geld

Früher mussten die Unternehmen für teures Geld mit den Banken Termingeschäfte abschließen, bei denen sie zu einem festgelegten Kurs zum vereinbarten Zeitpunkt die Fremdwährung kauften oder verkauften. So konnten sie sich gegen Wechselkursabstürze wie etwa der italienischen Lira absichern.

Auch aus Sicht der Verbraucher ist die Einheitswährung in vielerlei Hinsicht ein Gewinn. Nach einem Bonmot aus den Neunzigerjahren kam ein Reisender, der mit 1000 D-Mark durch die EU fuhr und in jedem Land sein Geld gegen die dortige Währung tauschte, nur mit 500 DM zurück – wegen der zum Teil unverschämten Umtauschgebühren ausländischer Banken und Wechselstuben.

Billige Überweisungen

Zudem sind Überweisungen deutlich billiger geworden. Die durchschnittliche Bankgebühr für eine Auslandsüberweisung von 100 Euro lag vor der Währungsunion bei 26 Euro. Heute sind alle Zahlungen innerhalb der Währungsunion kostenfrei.

Der Euro schafft zudem Preistransparenz für die Verbraucher. Sie müssen nicht mehr umrechnen und können so leichter den günstigsten Anbieter für Produkte und Dienstleistungen ermitteln. Das erhöht den Wettbewerbsdruck und erschwert es Anbietern, unbegründete Preisaufschläge durchzusetzen.

Fazit: These stimmt voll und ganz

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