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Weniger Fans in den Stadien So viel Geld entgeht Europas Städten durch die Corona-Auflagen zur Fußball-EM

Die Arena des FC Bayern München ist in der Vorrunde Spielstätte der deutschen Nationalmannschaft. Eigentlich nimmt sie deutlich mehr Publikum auf als nun erlaubt. Quelle: AP

Weniger Zuschauer, weniger Einnahmen: Die Corona-Beschränkungen treffen die EM-Spielorte wie München unterschiedlich stark. Nur in einer Stadt ist alles ganz normal.

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Fußball ist Chefsache. Also stellte Markus Söder am Freitag das Hygiene- und Sicherheitskonzept für die Spiele der Fußball-EM in München persönlich vor. Der bayerische Ministerpräsident sagte, mit Tests, Mund-Nasen-Masken und einem Konzept für die Laufwege am und im Stadion seien „bis zu 20 Prozent der Zuschauer“ vertretbar. Das macht in der Arena des FC Bayern rund 14.000 Besucher, die sich die Gruppenspiele der deutschen Nationalelf und ein Viertelfinale jeweils vor Ort ansehen dürfen.

Im Vergleich zu den komplett leeren Stadien in den vergangenen 15 Monaten sind 20 Prozent Auslastung viel. Doch für die elf Spielorte bedeutet das stark eingeschränkte Fan-Aufkommen erhebliche finanzielle Einbußen. Unter normalen Umständen würden sie rund 194 Millionen Euro mehr einnehmen. Das geht aus Zahlen des Wettanbieters Pitchinvasion hervor. Die bayerische Landeshauptstadt etwa dürfte demnach statt gut 20 Millionen Euro wegen der Pandemie nur vier Millionen Euro einnehmen, der geringeren Zuschauerzahl im Stadion entsprechend.

London kommt zwar im Vergleich mit den anderen Orten auf die höchsten Einnahmen (27,3 Millionen Euro), muss aber auch auf das meiste Geld verzichten. Ohne die Ausnahmesituation lägen die Ausgaben der Besucher mehr als dreimal so hoch. Sankt Petersburg und Sevilla profitieren davon, dass im spanischen Bilbao und in Dublin doch keine Matches ausgetragen werden. In Sankt Petersburg finden nun sieben statt vier Spiele statt, Sevilla war vorher gar nicht vorgesehen und kommt daher unverhofft zu schätzungsweise 5,5 Millionen Euro für Gastronomen und Hoteliers.

Nach den Berechnungen von Pitchinvasion, die auf Schätzungen und Daten des europäischen Statistikamts Eurostat und ähnlicher nationaler Behörden beruhen, dürften die Gastgeberstädte der verschobenen EM 2020 insgesamt 117 Millionen Euro verdienen.

Ein Sonderfall ist Budapest. Dort dürfen alle 61.000 Plätze besetzt werden. Somit ist die ungarische Hauptstadt neben Sankt Petersburg und Sevilla der einzige Ort, der keine finanziellen Einbußen zu befürchten hat.



Die Deutschen sind in der Frage der Stadionöffnung am zurückhaltendsten. In allen anderen Austragungsorten liegt die erlaubte Zuschauerzahl bei mindestens 25 Prozent. Markus Söder dient die EM als Gelegenheit, München als „Pilot- und Probelauf“ für den weiteren Profisport in Deutschland zu positionieren. Die Münchener Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag wie in anderen Großstädten auch bei weit unter 30.

Mehr zum Thema: Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin finden sich mit den Sanktionen der Fußballvereinigung Uefa nicht ab und klagen. Sie haben das Recht auf ihrer Seite.

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