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Wie es jetzt in Athen weitergeht Griechenland steht erneut vor dem Abgrund

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Anteilige Verluste im Falle eines Totalausfalls

6. Wie viel Geld verliert Deutschland, wenn Griechenland nicht mehr seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt?

Die beiden Griechenlandprogramme des Europäischen Rettungsfonds EFSF und des Internationalen Währungsfonds IWF haben ein Volumen von insgesamt 240 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil beträgt ungefähr 50  Milliarden Euro. Außerdem hielt die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt griechische Staatsanleihen in Höhe von 25 Milliarden Euro. Bei einem Totalausfall müsste die Bundesbank die Verluste anteilig tragen – dann wäre es für den Bund mit den milliardenschweren Zuweisungen aus Bundesbankgewinnen zunächst einmal vorbei. Für den derzeit unwahrscheinlichen Fall eines Zusammenbruchs des Euro hat das Münchner Ifo-Institut von Prof. Sinn schon die Kosten für Deutschland ermittelt: 360 Milliarden Euro.

Europa ist nur bedingt wettbewerbsfähig
Ein Mann trägt eine griechische Flagge Quelle: dpa
ItalienAuch Italien büßt zwei Plätze ein und fällt von Rang 44 auf Rang 46. Die Studienleiter kritisieren vor allem das Finanz- und Justizsystem. Die Abgaben seien zu hoch und Verfahren viel zu langwierig und intransparent. Lediglich bei der Produktivität und mit seiner Infrastruktur liegt der Stiefelstaat im Mittelfeld. Ein wenig besser macht es ... Quelle: REUTERS
Ein Mann schwenkt eine portugiesische Flagge Quelle: AP
Stierkampf Quelle: dpa
Eine Frau hält eine Fahne mit einer französischen Flagge in der Hand Quelle: REUTERS
Das Parlamentsgebäude in Wien Quelle: dpa
Finnische Flagge Quelle: dpa

7. Muss der Deutsche Bundestag neuen Hilfen für Griechenland zustimmen?

Ja. Jede neue Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds muss der Bundestag bewilligen. Schließlich haben Bürgschaften, Garantien und Darlehen stets ein Ausfallrisiko, das wiederum schwerwiegende Konsequenzen für den Bundeshaushalt haben kann.

8. Unter welchen Umständen kann Europa neue Kredite geben?

Infolge der Euro-Krise hat die Europäische Union einen permanenten Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) eingerichtet. Dieser verfügt über ein maximales Kreditvolumen in Höhe von 500 Milliarden Euro, auf Deutschland entfällt davon ein maximaler Anteil von 190 Milliarden Euro. Der ESM hat bereits Hilfskredite an Zypern und Griechenland geleistet.

Voraussetzung für  ESM-Kredite ist aber die Vereinbarung eines Reformprogramms mit dem kreditnehmenden Land, dem der Gouverneursrat des ESM, bestehend aus den europäischen Finanzministern, zustimmen muss. Ohne eine solche Vereinbarung kann der ESM keine Kredite vergeben.

9. Wie kann die Europäische Zentralbank Griechenland helfen?

Die Europäische Zentralbank hat die einzige Aufgabe, die Stabilität des Euro zu sichern. Dafür ist sie in allen Ländern der Euro-Zone auf ein funktionierendes Finanzsystem in allen EU-Ländern angewiesen. Daraus leitet sich ein großes Interesse an einem funktionierenden Bankensystem auch in Griechenland ab. Für Banken mit vorübergehenden Liquiditätsschwierigkeiten gibt es dafür ein spezielles Wertpapierprogramm (ELA-Kredite). Im Rahmen dieses Programms darf die nationale Notenbank in Athen auch Wertpapiere geringerer Qualität von den griechischen Banken abkaufen und so deren Liquidität sichern. Darüber hinaus kann die EZB im Rahmen verschiedener anderer Programme griechische Staatsanleihen auf Sekundärmärkten ankaufen und so den Markt stützten.

Europa



10. Wie hat sich Griechenland im Jahr 2014 entwickelt?

Nach wie vor ächzt Griechenland unter der Misswirtschaft der vergangenen Jahrzehnte. Aber immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die Wirtschaft legte in diesem Jahr um 0,2 Prozent zu. Der Turnaround scheint also erreicht. Im kommenden Jahr sagen Experten der griechischen Wirtschaft sogar ein Plus von 1,9 Prozent zu – vorausgesetzt, die neue Regierung dreht nicht wieder alle Reformen zurück. Dann sieht es düster aus. Denn noch immer ist mehr als jeder vierte Grieche arbeitslos. Zudem drücken Deflationstendenzen die Konsumausgaben

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