WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Wiwo Web Push

Wirtschaftsausblick Frankreichs Minister träumen sich die Zukunft schön

Seite 2/3

Politik der Staatsfiktion

S&P droht Italien, Irland wird hochgestuft
Für Frankreich zeigt sich S&P etwas zuversichtlicher, obwohl sich am Rating („AA“) und dem stabilen Ausblick nichts änderte. Die Regierung habe Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerung ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, schreibt S&P. Zudem deuteten staatliche Ausgabenkürzungen darauf hin, dass die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft ihr Haushaltsdefizit schrittweise reduzieren werde. Die Staatsverschuldung bleibe aber hoch und werde bis 2017 noch wachsen. Rating (S&P): AAAusblick: stabil Quelle: dpa
Zypern wurde von der Wirtschaftskrise enorm mitgenommen, gerade der aufgeblähte Bankensektor des Inselstaats machte ihm in der Dynamik der Krise schwer zu schaffen. Die Bewertung des Krisenlands wurde von S&P nun um eine Stufe auf „B“ erhöht, Fitch hob den Ausblick für das Rating („B-“) auf positiv an. Bei beiden Agenturen liegt die Kreditnote klar im sogenannten Ramschbereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Die positiven Ausblicke lassen aber Aufstufungen erwarten - vorausgesetzt, das Land erfüllt weiterhin die Auflagen der internationalen Geldgeber, die Zypern seit dem vergangenem Jahr finanziell stützen. Rating (S&P): BAusblick: positiv Quelle: AP/dpa
Standard & Poor's (S&P) hat das lang- und kurzfristige Fremdwährungsrating für die Ukraine gesenkt. Die Bewertung sei von „B-/B“ mit einem negativen Ausblick herabgestuft worden, teilten die US-Bonitätswächter mit. Hintergrund sei die derzeitige politische Instabilität in dem Land. Seit Wochen demonstrieren Regierungsgegner gegen die Regierung. Präsident Viktor Janukowitsch steht unter anderem wegen eines harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in der Kritik. Auslöser war die kurzfristige Ablehnung eines über Jahre hinweg vorbereiteten Abkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Janukowitsch will das Land stattdessen enger an Russland binden. Rating (S&P): „CCC+/C“Ausblick: negativ Quelle: AP
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Irland gute Bonitätsnoten in Aussicht gestellt. Der Ausblick für das Rating bleibt positiv. S&P begründete die positive Haltung mit verbesserten Wachstumsaussichten des Landes. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erwartet die Agentur ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. Bisher war sie nur von 2,0 Prozent ausgegangen. S&P lobt die Reform- und Sparpolitik des Landes. Die Agentur erwartet eine weiterhin starke Auslandsnachfage und eine anhaltende Erholung der Binnenwirtschaft. Die hohen Investitionen aus dem Ausland stützten die Binnenwirtschaft. Gefahren sieht S&P vor allem noch im Bankensektor. Rating (S&P): A+Ausblick: positiv Quelle: dpa
Portugal droht erst einmal keine weitere Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Die Bonitätsnote des Landes stehe nicht mehr unter verschärfter Beobachtung, teilte S&P mit. Portugal dürfte trotz einiger politischer Probleme 2013 das Ziel einer Neuverschuldung von 5,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreicht haben, schreiben die Experten. In diesem Jahr will Portugal dann die neuen Schulden auf vier Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung senken. Dies halten die S&P-Experten für möglich. Derzeit bewertet Standard & Poor's Portugal mit der Note „BB“. Das ist die zweite Stufe des sogenannten Ramsch-Niveaus, das spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Der grundsätzliche Ausblick bleibe negativ. Rating (S&P): BBAusblick: negativ Quelle: dpa
Alenka Bratušek, seit Anfang 2013 Ministerpräsidentin von Slowenien, muss sich nach wie vor mit einer Bankenkrise und den hohen Schulden ihres Landes befassen. Ein Hilfsprogramm ist nach Einschätzung der EU-Kommission aber nicht von Nöten, solange das Bankensystem reformiert und das Reformtempo hoch gehalten wird. Im Rating von Standard & Poor's schneidet der osteuropäische Staat von den kriselnden noch mit am besten ab. Die Agentur bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Sloweniens Kreditwürdigkeit auch künftig stabil bleiben wird. Rating (S&P): A+Ausblick: stabil Quelle: AP
Als Malta 2008 den Euro einführte, war das Land eines der kreditwürdigsten unter den neuen Mitgliedsstaaten. Auch heute gibt es für die Insel noch immer relativ gute Noten. Ratings: BBB+ Ausblick: stabil Quelle: REUTERS

Auf den Realitätsgehalt der Aussagen von Justizministerin Christiane Taubira darf man besonders gespannt sein. Sie beschreibt nämlich, wie Dank der von ihr verfochtenen Alternativen zur klassischen Haftstrafe die französischen Gefängnisse nicht länger überfüllt sind, Strafen in Zukunft sowohl die Interessen der Opfer, aber auch mehr die Resozialisierung der Täter berücksichtigen. Darüber sind sich Taubira und Innenminister Manuel Valls - der seinerseits über nicht näher definierte "Sicherheitskräfte 3.0" schwadroniert - schon in diesem Sommer in die Haare geraten. Und zwar in einem Maße, dass darüber Wetten abgeschlossen wurden, wer von den beiden wohl länger im Kabinett bleibt.

Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici wiederum ist sich sehr wohl bewusst, dass die von Hollande gestellte Aufgabe "riskant" ist. "Sie könnte sogar künstlich wirken, wenn sie in eine Politik der Staatsfiktion mündet" schreibt er in der Einleitung seines Dossiers. Doch dann gerät auch er ins Schwelgen. Aus deutscher Sicht besonders interessant ist, dass er das deutsche Wirtschaftsmodell lediglich "auf kurze Sicht ideal" findet. "In zehn Jahren entspricht es nicht mehr dem Stand der Weltwirtschaft", urteilt der Minister. Die Nachfrage der Schwellenländer nach Ausrüstungsgütern werde weit niedriger sein als heut zu Tage. Frankreich müsse deshalb "qualitativ hochwertigeren Segmenten den Vorrang geben".

Zahlreiche französische Kommentatoren haben die bereits in den vergangenen Tagen durchgesickerten Details mit einer Mischung aus Ironie und Häme überzogen. Die Minister malten die Zukunft rosarot, hieß es, auch vom "Land der Glücksbärchen" war die Rede. "Es handelt sich sehr viel mehr um persönliche Formulierungen einer Vision des Wünschenswerten als um eine wissenschaftlich fundierte Arbeit," bedauert Philippe Durance, Ökomom mit Schwerpunkt Zukunftsforschung.

Nicht nur er wünscht sich "Konkretes". So sei Moscovicis Ziel der Vollbeschäftigung zwar nicht unrealisierbar - "unter der Voraussetzung, dass er erklärt, wie man dorthin kommt". Der Wirtschaftsminister analysiere zwar korrekt die Folgen des demographischen Wandels und der Alterung der Gesellschaft für den Arbeitsmarkt. Er lasse es jedoch dann völlig an Vorstellungen über künftige Beschäftigungsprofile und nachgefragte Fachkompetenzen fehlen. "In welchen Branchen werden Stellen geschaffen? Wie muss die Ausbildung auf diese Potentiale abgestimmt werden? Das ist ein wichtiges Thema, wenn man weiß, dass heute in Frankreich das Angebot und die Nachfrage von Arbeitsstellen häufig auseinander klaffen."

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%