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Zahlen von Eurostat Die Inflation ist kaum noch wahrnehmbar

Die Preise in Europa sind im November kaum gestiegen. Die EZB wird aus den neuen Zahlen zur Inflation im Euro-Raum eine klare Handlungsaufforderung herauslesen.

Sinkende Ölpreise machen gegenwärtig das Tanken billiger. Der Nachteil: Die günstigen Energiepreise drücken die Inflation auf gefährliche Tiefstände. Quelle: dpa

Der Wille ist da und bereits offen verkündet worden: Die Europäische Zentralbank plant, die Märkte weiter zu fluten. Das haben EZB-Ratsmitglieder mal verdeckt, mal offen angedeutet. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

Die Hemmungen, im großen Stil Staatsanleihen aufzukaufen und die Märkte stärker denn je mit billigen Geld zu fluten, dürften nach den neuesten Inflationszahlen weiter schwinden. Denn: Die Inflation in der Euro-Zone bleibt auch im November extrem niedrig.

Die Verbraucherpreise lagen nur 0,3 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Die niedrige Teuerung schürt Sorgen vor einer Deflation. Die EZB will aber einen solchen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front unbedingt verhindern. Gedämpft wurde die Inflation vor allem von fallenden Energiepreisen.

Die wichtigsten Fakten zur niedrigen Inflation

Deutschland marschiert mit einer Inflationsrate von 0,6 Prozent noch relativ weit vorne weg. Und doch: Die Inflationsrate in Deutschland im November erreichte den niedrigsten Stand seit annähernd fünf Jahren.

Die Gründe waren auch hier: billigeres Tanken und Heizen. „Eine niedrigere Teuerungsrate wurde zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent ermittelt“, erklärte das Statistische Bundesamt. In den vier Vormonaten lag sie noch bei jeweils 0,8 Prozent.

Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate Anfang 2015 noch weiter sinkt. Die EZB-Notenbanker um ihren Präsidenten Mario Draghi sprechen bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Fallende Preise können eine Wirtschaft dauerhaft lähmen, wenn sich Verbraucher zurückhalten, Löhne sinken und Firmen ihre Investitionen aufschieben. Um eine Deflation zu verhindern, hat die EZB ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Eine Maßnahme, die verpuffte und nach weiteren Aktivitäten schreit.

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