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Zahlreiche Tote in der Ukraine Timoschenko: Keine Verhandlungen mit Janukowitsch mehr

Die EU hat Sanktionen beschlossen, um die Gewalt in der Ukraine einzudämmen. Ob sie tatsächlich angewendet werden, hängt davon ab, wie sich die Regierung in Kiew in den nächsten Tagen verhält. Die Ereignisse im Überblick.

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Alte Barrikaden werden abgerissen, neue aufgebaut. Quelle: REUTERS

++19:30 Uhr

Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat die Opposition aufgerufen, nie mehr mit Präsident Viktor Janukowitsch zu verhandeln. Der Staatschef müsse umgehend von seinem Amt entfernt und wegen der „Organisation von Massenunruhen“ vor Gericht gestellt werden. Das schrieb die erbitterte Janukowitsch-Feindin in einem Brief, den ihre Vaterlandspartei am Donnerstag verbreitete. Janukowitsch lasse Unschuldige töten. „Er tötet Menschen, die ihn ihren Präsidenten nennen“, hieß es. Dabei handele es sich um „sadistische Gewalt“.

++ 18:23 Uhr

Die EU-Außenminister haben Sanktionen gegen die politische Führung der Ukraine beschlossen. Die italienische Außenministerin Emma Bonino sagte nach einem Treffen in Brüssel am Donnerstag, man werde „sehr schnell“ die Sanktionen umsetzen

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    ++ 18:06 Uhr

    Die EU hat sich nach Angaben der italienischen Außenministerin Emma Bonino auf Strafmaßnahmen gegen Personen geeinigt, die für die Gewalttaten in Kiew verantwortlich sind. Vorgesehen ist demnach, Visasperren zu verhängen und Guthaben einzufrieren.

    ++ 17:07 Uhr

    Das EU-Trio aus Deutschland, Frankreich und Polen hat einen Fahrplan für eine politische Lösung im Machtkampf in der Ukraine vorgeschlagen. Demnach sollen eine Übergangsregierung gebildet, eine Verfassungsreform begonnen und Parlaments- und Präsidentenwahlen abgehalten werden. Mittlerweile haben ukrainische Behörden bestätigt, dass seit Dienstag 64 Menschen getötet worden.

    ++ 16:03 Uhr

    Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens haben in Kiew ihr Vermittlungsgespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch beendet. „Ansätze für Fortschritte sind vorstellbar“, hieß es am Donnerstag nach dem vierstündigen Treffen aus Delegationskreisen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier kündigte an, man wolle jetzt noch einmal mit der Opposition reden. Weitere Details wurden nicht genannt. Steinmeier wird von den Außenministern des sogenannten Weimarer Dreiecks, Laurent Fabius aus Frankreich und Radoslaw Sikorski aus Polen, begleitet.

    Der Maidan ist ein Schlachtfeld. In den Straßen liegen laut Augenzeugen viele Tote. Quelle: REUTERS

    ++ 15:40 Uhr

    Ukrainische Demonstranten haben nach Darstellung des Innenministeriums in Kiew 67 Polizisten als Geiseln genommen. Unterdessen will Russlands Präsident einen Vermittler nach Kiew schicken: Der scheidende Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin solle an Gesprächen zwischen Führung und Opposition in der Ex-Sowjetrepublik teilnehmen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag nach Angaben russischer Agenturen. Die ukrainische Opposition gilt als antirussisch.

    ++ 15:14 Uhr

    Die ukrainischen Sicherheitskräfte haben nach Angaben von Innenminister Vitali Sachartschenko Schusswaffen für den „Anti-Terror-Einsatz“ erhalten. Die Waffen dürften mit scharfer Munition eingesetzt werden, sagte Sachartschenko einer Mitteilung zufolge am Donnerstag.

    ++ 15:00 Uhr

    Die ukrainische Regierung hat die Bewohner von Kiew aufgefordert, angesichts der eskalierenden Gewalt nur begrenzt nach draußen zu gehen oder ihre Häuser gar nicht zu verlassen. Es herrsche eine „bewaffnete und aggressive Stimmung unter den Menschen“, die eine solche Warnung nötig mache, hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums am Donnerstag.

    Merkel kritisiert Janukowitsch scharf

    Janukowitsch dürfe nicht zulassen, dass die Opposition über ihn wie über einen

    ++ 14:40 Uhr

    Der Bürgermeister von Kiew, Volodimir Makijenko, ist aus der Partei von Präsident Viktor Janukowitsch ausgetreten. Seinen Schritt begründete er mit Kritik am Kurs Janukowitschs, der ihn ins Amt gehoben hatte. "Die heutigen Ereignisse in den Straßen der Ukraine sind eine Tragödie für das gesamte Volk", sagte Makijenko. Menschenleben seien das höchste Gut. Dieses Prinzip dürfe nicht ausgehebelt werden.


    ++ 14.06 Uhr
    Die britische Regierung hat den ukrainischen Botschafter in London, Wladimir Khandogiy, einbestellt. Großbritanniens Europaminister David Liddington habe bei dem Treffen „extreme Besorgnis“ zum Ausdruck gebracht, angesichts der Berichte weiterer Todesfälle. Liddington habe deutlich gemacht, dass das Eingreifen gegen friedliche Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz nicht akzeptabel ist.

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      ++ 13.52 Uhr
      Kanzlerin Angela Merkel hat Janukowitsch "dringend" aufgerufen, eine Regierungsneubildung und eine Verfassungsänderung zuzulassen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Merkel habe bei einem Telefonat mit Janukowitsch die jüngste Eskalation scharf kritisiert und ihm die Hauptverantwortung dafür gegeben. Nur Gespräche mit schnellen, greifbaren Ergebnissen bei Regierungsbildung und Verfassungsreform böten die Chance zu einer nachhaltigen Lösung des Konflikts. "Jedes Spiel auf Zeit werde den Konflikt weiter anheizen und berge unabsehbare Risiken", habe Merkel deutlich gemacht.

      ++ 13.37 Uhr
      Die russische Regierung drängt den ukrainischen Präsidenten, die Ordnung in seinem Land wiederherzustellen. Die weitere Zusammenarbeit mit der Ukraine machte Regierungschef Dmitri Medwedew von der Rechtmäßigkeit der Führung in Kiew abhängig. Für eine vollwertige Partnerschaft sei es notwendig, dass die ukrainischen Machthaber legitim seien und „nicht als Lappen zum Schuhputzen“ benutzt werden. „Wir gehen davon aus, dass die Führung sich darauf konzentrieren sollte, die Menschen zu schützen“, sagte Medwedew.

      ++ 13.17 Uhr
      In einer dramatischen Ansprache hat der Chef der Kiewer Stadtverwaltung von Janukowitsch ein Ende des Blutvergießens gefordert. „Menschliches Leben muss der höchste Wert im Staat sein“, sagte Wladimir Makejenko. Dabei verkündete er seinen Austritt aus der regierenden Partei der Regionen. Die Parlamentsabgeordneten forderte er auf, sich als lebende Schutzschilde zwischen die Fronten zu stellen. „Keine Macht ist das Leben von Menschen wert, kein Oligarch ist gestorben, nicht ein Politiker“, betonte der Politiker.

      Ein Demonstrant hält eine Patrone in die Kamera. Es geht Angst vor Scharfschützen um, die gezielt auf Regierungsgegner schießen sollen. Quelle: REUTERS

      ++ 12.12 Uhr
      Vitali Klitschko wirft der Regierung einen Angriff auf das eigene Volk vor. „Die Regierung hat vor den Augen der gesamten Welt zu blutigen Provokationen gegriffen“, hieß es in einer Mitteilung. „Bewaffnete Verbrecher wurden auf die Straßen gelassen, um Menschen zu verprügeln.“ Der Ex-Boxweltmeister forderte eine Sondersitzung des Parlaments. Zudem müsse Präsident Viktor Janukowitsch umgehende Neuwahlen ausrufen. „Das ist jetzt der einzige Ausweg, die Gewalt zu stoppen“, betonte Klitschko.

      ++ 11.54 Uhr
      Gerüchte über Scharfschützen, die gezielt Regierungsgegner töten, erhalten neues Futter: Der Arzt Dmitri Kaschin sagte der Agentur Interfax, er habe 13 Leichen auf dem Maidan gesehen, die alle "mit einer einzigen Kugel erschossen" worden seien. Auch die renommierte Medizin-Professorin Olga Bogomolez betonte, offenbar seien Scharfschützen auf der Jagd nach Regierungsgegnern.

      Vitali Klitschko: "Situation ist außer Kontrolle"

      Die Ukraine-Krise schadet dem Land und Europa

      ++ 11.34 Uhr
      Das Parlamentsgebäude wurde evakuiert. Grund seien Befürchtungen gewesen, die Demonstranten könnten versuchen, es zu stürmen, sagte Parlamentssprecherin Irina Karneljuk.

      ++ 11.20 Uhr
      Das ukrainische Präsidialamt wirft der Opposition vor, sie habe nur zum Schein und zur Vorbereitung neuer Angriffe einem Gewaltverzicht zugestimmt. „Das waren nur Manöver“, teilte die Kanzlei von Janukowitsch mit. „Alle Versuche der Behörden zu einem Dialog und zu einer friedlichen Lösung des Konflikts wurden von den Militanten ignoriert“, hieß es.

      ++ 11.10 Uhr
      Laut einem Reuters-Reporter vor Ort sind bei der jüngsten Gewalt mindestens 21 Zivilisten rings um den Maidan ums Leben gekommen. Lokale Medien berichten von mehr als 30 Todesopfern unter den Demonstranten.

      ++ 11.00 Uhr
      Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes wurden bei den neuen Gewaltausbrüchen in Kiew "Dutzende" Polizisten getötet oder verletzt. Die Demonstranten hätten Scharfschützen eingesetzt, hieß es in einer Erklärung.

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        ++ 10.48 Uhr
        Präsidialamtschef Andrej Kljujew hat die Europäische Union mit Nachdruck vor Strafmaßnahmen gegen die Führung in Kiew gewarnt. „Sanktionen würden die Situation verschärfen, sie wären Öl ins Feuer.“ Am Nachmittag wollen die Außenminister der EU-Staaten in Brüssel über Sanktionen beraten.

        Dichter Qualm zieht über den Maidan, Regierungsgegner haben sich teils mit Atemmasken geschützt. Einige tragen einen Verletzten fort. Die Waffenruhe hielt nur wenige Stunden. Quelle: REUTERS

        ++ 10.30 Uhr
        Zu den Opfern der neuen schweren Auseinandersetzungen in Kiew gibt es abweichende Angaben von Behörden und Opposition. Laut offizieller Mitteilung wurde am Donnerstag mindestens ein Polizist erschossen, 29 Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Auf Seiten der Regierungsgegner gab es Medienberichten zufolge mindestens sieben Tote. Der regierungskritische Internetsender hromadske.tv sprach von neun Opfern. Ihnen sei in Herz und Kopf geschossen worden, hieß es. Nach unbestätigten Aussagen liefen Dutzende Rekruten von Truppen des Innenministeriums zu den Regierungsgegnern über.

        ++ 10.28 Uhr
        Das Präsidentenamt wird von schwer bewaffneten Polizeieinheiten abgeriegelt. Wenige hundert Meter davon entfernt kam es zu neuen Straßenschlachten zwischen Polizei und Regierungsgegnern.

        Verwirrung wegen abgesagtem Treffen

        Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier passiert am Donnerstag in Kiew nach einem kurzen Treffen mit Präsident Janukowitsch eine Straßensperre. Quelle: dpa

        ++ 10.18 Uhr
        Die drei Außenminister aus Deutschland, Polen und Frankreich sind nun doch am Präsidialamt von Staatsoberhaupt Viktor Janukowitsch eingetroffen. Das berichtete ein dpa-Reporter aus dem Begleittross von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Zu dem Treffen mit Janukowitsch seien weder Journalisten noch TV-Kameras zugelassen, hieß es. Zuvor hatten Diplomaten erklärt, sie seien bereits abgereist.

        ++ 10.15 Uhr
        Mehrere ukrainische Olympiateilnehmer haben sich nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entschlossen, die Spiele in Sotschi wegen der Unruhen in ihrer Heimat zu verlassen. Wie viele Athleten abreisen wollten, teilte das IOC zunächst nicht mit.

        ++ 10.07 Uhr
        Es herrscht Verwirrung: Laut der französischen Botschaft in Kiew wurde das Treffen der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens mit dem ukrainischen Präsidenten Janukowitsch abgesagt.

        ++ 10.05 Uhr
        Ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 15 Toten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Die Leichen seien an drei Stellen des Maidan verteilt. Alle seien Zivilisten, sagte Reuters-Fotograf Vasily Fedosenko.

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          Steinmeier und sein Amtskollege aus Polen, Radoslaw Sikorski (2.v.l), treffen mit Vitali Klitschko (r) und Arseni Jazenjuk (l), zusammen. Klitschko wirkt gestresst und angespannt. Quelle: dpa

          ++ 9.52 Uhr

          Im Zentrum von Kiew gibt es nach Straßenschlachten erneut Tote. Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko machte die Polizei für den Bruch des am Mittwochabend vereinbarten Gewaltverzichts verantwortlich. „Wir sehen die Situation außer Kontrolle“, sagte Klitschko.

          ++ 9.51 Uhr
          Polens Außenminister Radoslaw Sikorski sagt, am Präsidentenpalast seien Schüsse und Explosionen zu hören, schwarzer Rauch steige in der Gegend auf. Bei Twitter veröffentlichte er Fotos.

          Dichter Qualm zieht über den Maidan, Regierungsgegner haben sich teils mit Atemmasken geschützt. Einige tragen einen Verletzten fort. Die Waffenruhe hielt nur wenige Stunden. Quelle: REUTERS
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