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Achter Anstieg in Folge Deutsches Konsumklima im Höhenflug

Deutschlands Verbraucher sind trotz einer spürbar schwächeren Konjunktur weiter in bester Kauflaune. Der vom Marktforschungsinstitut GfK für Juni ermittelte Indikator für das Konsumklima stieg allerdings nur minimal.

Was bringt das Wirtschaftsjahr 2015?
MindestlohnVom 1. Januar an gilt in Deutschland ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, mit einer Übergangszeit bis 2017. Fest steht: manches wird teurer - Taxifahren zum Beispiel, oder der Gang zum Friseur. Quelle: dpa
TarifrundenWieviel Geld viele Arbeitnehmer im Portemonnaie haben, werden auch die Tarifverhandlungen 2015 zeigen. Allen voran für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld, die Verhandlungen beginnen Mitte Januar. Bereits 2014 hatte es für Beschäftigte in vielen Branchen ein Plus auf dem Gehaltszettel gegeben. Quelle: dpa
EuroraumAm 1.1.2015 bekommt die Euro-Familie Nachwuchs: Litauen führt die Gemeinschaftswährung ein - der baltische Staat wird damit das 19. Euro-Mitgliedsland. In der Euro-Schuldenkrise hat es zuletzt wieder mehr Sorgen über Griechenland gegeben. Quelle: dpa
KonjunkturDie Risiken für die Wirtschaftsentwicklung bleiben bestehen. Vor allem der Konflikt mit Russland hänge wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft, sagt EY-Experte Thomas Harms. DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht sogar „enorme Risiken“ für die Konjunktur. Hauptgrund: die Euro-Schuldenkrise. Nachdem Wirtschaftsexperten ihre Wachstumsprognosen eingedampft hatten, verbreiteten sie zuletzt aber wieder mehr Optimismus. Das hängt vor allem mit dem fallenden Ölpreis zusammen. Das entlastet private Haushalte und kurbelt den Konsum an. Quelle: dpa
TTIPEs könnte ein Kürzel des Jahres werden: „TTIP“. Mit dem geplanten Handelsabkommen zwischen Europa und den USA sollen durch gemeinsame Standards und den Wegfall von Zöllen viele neue Jobs entstehen - so die Befürworter. Kritiker dagegen befürchten, europäische Standards könnten fallen und etwa Hormonfleisch nach Europa gelangen. Heftig umstritten ist auch der Investorenschutz: Schiedsgerichte, vor denen Konzerne Schadenersatz von Staaten einklagen könnten. Die Verhandlungen sollen bis Ende 2015 abgeschlossen werden. Quelle: dpa
EnergiepreiseEine gute Nachricht bekamen Millionen Kunden schon vor Weihnachten: nach Jahren steigender Stromrechnungen senken viele deutsche Stromversorger Anfang 2015 erstmals wieder die Preise. Vor dem Beginn der Heizperiode konnten sich die Verbraucher außerdem über stabile oder sinkende Preise für Gas und Heizöl freuen. Und das voraussichtlich weiterhin billige Öl freut die Verbraucher: Tanken und Heizen werden wohl auf absehbare Zeit günstig bleiben. Quelle: dpa
Schriftzug CarSharing Quelle: dpa

Die deutschen Verbraucher lassen sich ihre Konsumlaune auch von der zuletzt etwas schwächeren Konjunktur nicht verderben. Im Mai legte die Verbraucherstimmung trotz gedämpfter Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal erneut zu - und stieg damit auf das höchste Niveau seit Oktober 2001. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Konsumklimastudie des Marktforschungsunternehmens GfK hervor. Es befragt dazu monatlich 2000 Verbraucher.

Der Konsumklimaindex wird danach im Juni auf 10,2 Punkte steigen - nach 10,1 Punkten im Mai. Der Aufwärtstrend beim Konsumklima setze sich damit fort - allerdings moderater als in den Vormonaten, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Eine Trendwende sei das allerdings noch nicht, allenfalls eine „leichte Korrektur“ nach der Rekordjagd in den vergangenen Monaten.

Mit größeren Zuwächsen rechnet Bürkl in Zukunft allerdings auch nicht. „Das ist wie beim Bergsteigen: Wenn man sehr weit oben ist, wird die Luft dünn und es wird schwieriger weiter hoch zu steigen“, sagte der GfK-Experte der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch sei noch „Luft nach oben drin“, unterstrich er. „Es wird aber schwieriger und herausfordernder.“

Weiterhin ungetrübt ist der Konjunkturoptimismus der Verbraucher. Trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums im ersten Quartal rechnen viele Haushalte mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr, stellten die Marktforscher bei ihrer monatlichen Befragung fest. Der entsprechende Index stieg um 3 Punkte auf 38,3 Zähler.

Wer von der Mini-Inflation profitiert - und wer nicht

Diese Zuversicht spiegelt sich auch in der Ausgabefreude der Haushalte wider: Noch mehr Verbraucher als im April planten größere Anschaffungen. Die sogenannte Anschaffungsneigung lag im Mai bei 62,6 Punkten - und damit um 4,3 Punkte höher als im April. „Der Wert bleibt damit nur knapp unter seinem historischen Höchststand von 64,4 Punkten vom Oktober 2006“, stellte die GfK fest.

Allerdings sind die Verbraucher laut der GfK-Konsumklimastudie nicht mehr ganz so sicher, künftig über ein ähnlich hohes Einkommen verfügen zu können wie zuletzt. Grund sei der steigende Benzinpreis, der vor allem für Autopendler eine wichtige Signalwirkung habe und die ohnehin schon vorhandenen leichten Inflationsängste schüre.

Weitere Risiken stellten neben der Ukraine-Krise und der wachsenden Ungewissheit über die Zukunft des Euro-Krisenlandes Griechenland auch die Expansionsbestrebungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) dar. „Wenn der Export in bestimmte Weltregionen zurückgeht, spüren das auch die Mitarbeiter in den betroffenen deutschen Unternehmen und reagieren beim Konsum verunsichert“, erläuterte Bürkl.

Von der aktuell guten Verbraucherstimmung profitieren nach Bürkls Erkenntnisse vor allem die Möbelbranche und die Hersteller von Einbauküchen und Haushaltsgeräten. „Hier spielt der anhaltende Immobilienboom eine wichtige Rolle. Wer sich eine Wohnung kauft, will sie ja meist auch neu einrichten“, sagte Bürkl. Auch bei den täglichen Einkäufen sitze das Geld anscheinend lockerer, wie die gestiegenen Einzelhandelsumsätze von Januar bis März zeigten.

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