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Adam Smith Urvater der Ökonomie

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Inspirationen

Seit 2007 ist der Ökonom Adam Smith auf der britischen 20-Pfund-Note abgebildet Quelle: Pressebild

In Frankreich lernt er den Philosophen Voltaire kennen und François Quesnay, den führenden Kopf der sogenannten Physiokraten. Quesnay ist kein Geisteswissenschaftler, sondern Chirurg und Leibarzt von Ludwig XV. Das hält ihn indes nicht von ökonomischen Studien ab. Quesnay, inspiriert von der menschlichen Blutzirkulation, entwickelt mit seinem „Tableau Économique“ das erste Modell eines makroökonomischen Wirtschaftskreislaufs und formuliert das ökonomische Laissez-faire-Prinzip, wonach die Wirtschaft allein dem freien Spiel der Kräfte unterliegen soll.

Unpassender Nebenjob

Beide Ideen faszinieren Smith. 1767 kehrt er in sein Heimatdorf zurück und verbringt volle neun Jahre mit den Arbeiten an seinem Hauptwerk, dem „Wohlstand der Nationen“. Das Buch erscheint am 9. März 1776 und wird ein großer Erfolg, die erste Auflage ist nach sechs Monaten vergriffen. Smith bezieht in Edinburgh ein Haus mit Mutter, Cousine und einer großen Bibliothek mit mehr als 3.000 Bänden. Er beginnt mit einer Überarbeitung seiner „Theorie der ethischen Gefühle“. Und er nimmt einen neuen Job an, der so gar nicht zu seinem Freihandelspostulat passen will. Smith wird im Jahr 1778 schottischer Zollkommissar – und soll beim Kampf gegen Schmuggler in den Folgejahren durchaus erfolgreich die Staatseinnahmen gemehrt haben.

Doch die Arbeit macht ihm zunehmend zu schaffen; Smith wird schwer krank. Kurz vor seinem Tod am 17. Juli 1790 lässt er alle unvollendeten Werke, vor allem rechtsphilosophische und literaturgeschichtliche Schriften, von zwei Freuden verbrennen – insgesamt verschwinden an die 16 Bände in den Flammen.

Stets präsent

In Vergessenheit geriet er nach seinem Tod nie. Vor allem im angelsächsischen Raum ist Smith heute präsenter denn je. Die National Association for Business Economics in Washington vergibt alljährlich einen Adam-Smith-Preis (jüngster Preisträger: der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff). Das Adam Smith Institute, ein libertärer Thinktank in London, ließ 2008 gar ein bronzenes Denkmal in der Innenstadt von Edinburgh errichten – passenderweise ohne jede staatliche Subvention. Den Engländern erscheint der Ökonom mittlerweile fast jeden Tag – beim Einkaufen. Seit 2007 ziert sein Konterfei die 20-Pfund-Noten der Bank of England.

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