Allianz-Studie Die Konjunktur erholt sich in Trippelschritten

Sollten die Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine nicht eskalieren, wird die Wirtschaft laut der Allianz stabil wachsen. Große Sprünge aber seien nicht zu erwarten, vor allem nicht in Europa.

Europa ist nur bedingt wettbewerbsfähig
Ein Mann trägt eine griechische Flagge Quelle: dpa
ItalienAuch Italien büßt zwei Plätze ein und fällt von Rang 44 auf Rang 46. Die Studienleiter kritisieren vor allem das Finanz- und Justizsystem. Die Abgaben seien zu hoch und Verfahren viel zu langwierig und intransparent. Lediglich bei der Produktivität und mit seiner Infrastruktur liegt der Stiefelstaat im Mittelfeld. Ein wenig besser macht es ... Quelle: REUTERS
Ein Mann schwenkt eine portugiesische Flagge Quelle: AP
Stierkampf Quelle: dpa
Eine Frau hält eine Fahne mit einer französischen Flagge in der Hand Quelle: REUTERS
Das Parlamentsgebäude in Wien Quelle: dpa
Finnische Flagge Quelle: dpa

Der Blick in die Zukunft ist problematisch. Konjunkturforscher blicken auf Frühindikatoren, in die Auftragsbücher der Unternehmen und versuchen, die Konsumlaune der Bürger zu prognostizieren – und damit schlüssige Aussagen über die Entwicklung der Wirtschaft zu treffen.

Diese Aussichten müssen aber über den Haufen geworfen werden, wenn so genannte „externe Schocks“ die Wirtschaft beeinflussen. Konflikte und Kriege etwa. Davon gibt es derzeit eine ganze Reihe: In der Ukraine, im Gazastreifen, im Irak und in Syrien liefern sich verfeindete Parteien Gefechte. Wenn auch nur einer der Konflikte eskaliert, wird die Weltwirtschaft schwere Einbrüche erleiden.

Vor diesen Hintergründen warnt auch die Allianz in ihrer neuesten Studie zur mittelfristigen Entwicklung der Weltwirtschaft. Es sei „auf mittlere Sicht besonders schwierig abzuschätzen“, wie sich die derzeitigen geopolitischen Krisen entwickeln würden. Insgesamt halten die Münchner Konjunkturforscher die Risiken einer Eskalation der Kämpfe und beispielsweise eines neuen Kalten Krieges zwischen dem Westen und Russland für gering, da „keine Seite Interesse an einer Eskalation hat“.

Niedrige Inflation in Europa: Wie reagiert die EZB?

Deswegen geht die Allianz in ihrem Ausblick von einem globalen moderaten Wachstum in den kommenden Monaten aus. Die Schwellenländer würden Boden gut machen und in den nächsten Jahren mit 4,5 bis 5 Prozent wachsen. Ein wirklicher Wachstumsmotor sei allerdings nicht in Sicht. Dazu ist der Anteil der Schwellenländer am Welthandel zu gering. Und auch die USA und China seien nicht mehr in der Lage, die weltweite Konjunktur hochzutreiben.

Die größte Volkswirtschaft der Welt dürfte in den kommen Jahren durchschnittlich um 2,5 Prozent wachen, prognostiziert die Allianz. In der Folge dürfte auch die Arbeitslosenquote in den USA auf rund fünf Prozent absinken. Derzeit sind über sechs Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Amerika auf der Suche nach einem Job.

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Europa hinkt hinterher

Europa hingegen hinkt hinterher. Für den Euro-Raum und Deutschland taxieren die Konjunkturexperten den jährlichen BIP-Zuwachs auf 1,5 Prozent. Einige Krisenländer könnte gar kurzfristig auf Wachstumsraten von drei bis 5 Prozent hoffen, so die Allianz.

Letztere Zahl scheint arg hochgegriffen. Selbst wenn man bedenkt, dass die Wirtschaft in Südeuropa über Jahre massiv eingebrochen ist und auf zum Teil niedrigstem Niveau angelangt ist. Eine Steigerung von drei oder vier Prozent wäre somit durchaus möglich – scheint aber selbst der EU-Kommission zu optimistisch. Sie sieht für 2015 kein Land über drei Prozent wachsen.

Die gute Nachricht: Vor einer Deflation brauchen sich die Krisenländer und die Europäische Zentralbank wohl perspektivisch nicht fürchten. Angesichts einer durchschnittlichen Kapazitätsauslastung und einer hohen, wenn auch allmählich fallenden Arbeitslosigkeit sei weder mit einem ausgeprägten Preisdruck noch mit deflationären Tendenzen zu rechnen. „Wahrscheinlich ist, dass sich die Teuerungsraten in Amerika und Europa allmählich wieder nach oben bewegen und zwar in Größenordnungen um zwei Prozent“, heißt es in der Allianzstudie.

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