Angst, erwischt zu werden Deutsche sind bei der Steuer ehrlich wie nie

Der öffentliche Druck auf Steuerhinterzieher zeigt Wirkung. Die Deutschen sind bei ihren Angaben ehrlich wie nie. Für Frust sorgen staatliche Verschwendung und ein als unfair empfundenes Steuersystem.

Hier schmeißt der Staat das Geld zum Fenster raus
Das Schwarzbuch 2017/18, herausgegeben vom Bund der Steuerzahler Deutschland. Quelle: dpa
Münchner Maximilianeum Quelle: dpa
Schutzwürdige Bäume in Hameln Quelle: dpa
Wohncontainer für Flüchtlinge Quelle: dpa
Bundestag Quelle: dpa
Frankfurt am Main Quelle: dpa
Ehrenbürg-Gymnasium in Forchheim Quelle: dpa
Die Erweiterung der Gebäude des Deutschen Bundestages Quelle: dpa
Eine 8,4 Millionen Euro teure Umgehungsstraße soll das ostfriesische Bensersiel an der Nordseeküste vom Durchgangsverkehr entlasten Quelle: dpa
370.000 Euro hat das gekostet, was auf den ersten Blick eine Drohne zu sein scheint, die über dem hannoverschen Platz Kröpcke schwebt. Quelle: dpa
Ein Mülleimer vom Typ "Toluca", aufgenommen in der Fußgängerzone in Leverkusen. Quelle: dpa
Der Bund der Steuerzahler bemängelte 2016 den ersten Pachtvertrag dieses Toilettenhäuschens in Ahrensburg Quelle: dpa
Gleise treffen sich nicht bei missglücktem Brückenneubau in Schwerins Innenstadt Quelle: dpa
5th Avenue in New York Quelle: REUTERS
Gleich dreimal so hoch wie ursprünglich geplant sind die Kosten für das Areal in Teltow in Brandenburg Quelle: dpa
Die Sanierung der Oper in Köln hat sich stark verzögert, dadurch wird es deutlich teurer Quelle: dpa
Vier gewinnt! Nein - sie verlieren. Sowohl die JVA Aichach, das Freilichtmuseum Glentleiten, das Staatstheater am Münchner Gärtnerplatz und das Chemikum der Universität Erlangen-Nürnberg kritisierte der Landesverband Bayern vom Bund der Steuerzahler in seinem "Schwarzbuch 2016" wegen Kostensteigerungen bei Baumaßnahmen. Quelle: dpa
Diese Schulbushaltestelle in Ratzeburg in Schleswig-Holstein konnte wegen zu geringer Straßenbreite nicht genutzt werden, wie das Schwarzbuch 2016 monierte. Quelle: dpa
Der vollautomatische betriebene Bahnübergang an der Bahnstrecke im Kamenzer Ortsteil Gelenau in Sachsen kostete 714.000 Euro, wie das Schwarzbuch 2016 monierte. Quelle: dpa
Bundeswehr Korvette Quelle: dpa

Der Kauf von Steuer-CDs und Verfahren gegen prominente Steuerhinterzieher zeigen Wirkung: Die Steuermoral der Deutschen ist einer Studie zufolge derzeit so gut wie noch nie. Das sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, am Donnerstag in Düsseldorf bei Vorstellung einer repräsentativen Umfrage. Allerdings sei auch die Unzufriedenheit mit dem Steuersystem und der eigenen Belastung gestiegen.

Im Einzelnen halten 85 Prozent der Deutschen ihre Steuer- und Abgabenlast für zu stark. Das ist der höchste Wert seit Ende der 1980er Jahre. Mit 95 Prozent meinen inzwischen fast alle, der Staat verschwende Steuergelder. Spektakuläre Fälle wie der Berliner Flughafen hätten hier Spuren hinterlassen. Zugleich bewerten 82 Prozent der Deutschen Steuerhinterziehung generell als unmoralisch. 2008 fanden das nur 67 Prozent.

In der Untersuchung „Steuermentalität und Steuermoral 2014“ sagen zudem vier von fünf Befragten, sie hätten noch nie vorsätzlich falsche Angaben in ihrer Steuererklärung gemacht. Allerdings räumen 14 Prozent ein, schon mal Steuern hinterzogen zu haben - gegenüber 22 Prozent, die das in der Umfrage von 2008 zugaben. Ein zentraler Grund für die gestiegene Ehrlichkeit sei die Angst, erwischt zu werden.

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Holznagel sagte, die hohe Steuermoral sei „nicht in Stein gemeißelt“. Die Studienergebnisse seien auch eine Aufforderung an die Politik, die Belastungen für die Bürger zu senken. Die Bevölkerung müsse 2014 als Steuern und Abgaben 51,5 Prozent ihres Einkommens an den Staat abgeben. Die sogenannte kalte Progression gehöre nach Ansicht von 82 Prozent der Befragten abgeschafft, weil ihre Lohnerhöhungen durch automatisch höhere Steuersätze häufig wertlos würden.

Auch der Solidaritätszuschlag werde als unfair empfunden und müsse weg, forderte Holznagel. Das Steuerrecht solle vereinfacht werden. Mit bundesweit rund 13.500 Anzeigen im ersten Quartal 2014 offenbarten sich dreimal so viele Bürger wie im Vorjahresquartal.

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