WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Anstieg auf 1,5 Prozent Teure Lebensmittel treiben die Inflationsrate

Erstmals seit sechs Monaten ist die Inflationsrate in Deutschland wieder gestiegen. Schuld sind vor allem kräftige Preiserhöhungen für Lebensmittel. Schon seit Längerem verteuern Nahrungsmittel sich stärker als die Lebenshaltungskosten insgesamt.

So stark verteuert sich das Leben in den Städten
Platz 16: SaarbrückenStatista und ImmobilienScout24 haben die Preisanstiege bei Mieten und Energiekosten in verschiedenen Städten ermittelt. Wer in Saarbrücken lebt, kann sich zurücklehnen. Hier liegt die Teuerung mit 1,3 Prozent sogar 24 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt (1,7 Prozent). Für die Analyse der regionalen Inflationsraten haben Statista und ImmobilienScout24 den Anteil der Kaltmieten im Warenkorb des Statistischen Bundesamtes durch aktuelle regionale Mietpreise (Angebots- und Bestandsmieten) ersetzt. Zudem wurde der Anteil der Energiekosten regional neu berechnet. Andere Warenkorbbestandteile wie z.B. Tabak & Alkohol, Instandhaltungskosten, Pauschalreisen, Bildungswesen, andere Waren und Dienstleistungen blieben dabei unberührt. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 15: PotsdamAuch hier ist die städtische Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat relativ niedrig (1,3 Prozent). Quelle: dpa
Platz 14: StuttgartDie Mieten und Energiekosten sind in der Schwaben-Metropole auch nur moderat angestiegen (1,4 Prozent). Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 13: MainzDie pfälzische Studentenstadt liegt bei der städtischen Inflationsrate (1,5 Prozent) ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt (1,7 Prozent). Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 12: RostockHier ist die städtische Teuerungsrate identisch mit dem Bundesdurchschnitt (1,7 Prozent). Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 11: HalleAuch an der Saale liegt die städtische Inflationsrate bei 1,7 Prozent. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 10: KölnDie Mieten und Energiekosten in der Medienstadt haben sich im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent verteuert. Quelle: dpa

Kräftige Preiserhöhungen für Lebensmittel und Lotto haben die deutsche Inflationsrate erstmals seit einem halben Jahr wieder steigen lassen. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Im April hatte die Teuerungsrate mit 1,2 Prozent noch den tiefsten Stand seit September 2010 erreicht, weil sich vor allem Energie wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung verbilligt hatte. Trotz des Anstiegs herrschen damit nach Definition der Europäischen Zentralbank stabile Preise, die diese bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet sieht.

Wo die Inflation zuschlägt
Die Inflation frisst das Vermögen auf. Im Dezember lag die Preissteigerungsrate zwar nur bei 2,1 Prozent, von einer Preisexplosion ist Deutschland 2012 verschont geblieben. Jedoch machen die niedrige Zinsen vielen Anleger zu schaffen. Vor einigen Jahren konnten Anleger mit dem Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen solider Schuldner noch einen realen Vermögenerhalt genieren. Heute ist dies nicht mehr möglich. Gleichzeitig schrecken die großen Schwankungen an den Aktienmärkten viele Sparer von einem Investment ab. Wir zeigen ihnen mit welchen Vermögenswerten sich die Inflation ausgleichen lässt. Quelle: dpa
GeldmarktAm Geldmarkt ist momentan nicht viel zu holen. Die Niedrigzinspolitik der EZB drückt die Renditen von Sparbuch und Tagesgeld. Im Durchschnitt erzielten Anleger mit ihrem Tagesgeldkonto eine Rendite von 0,74 Prozent. Noch schlechter fuhren Sparer mit ihrem Sparbuch. Gerade einmal 0,37 Prozent gab es im Durchschnitt. Die Inflation lässt sich damit nicht ausgleichen. In Deutschland sind beide Anlageobjekte trotzdem nach wie vor der Renner. Quelle: gms
Deutsche StaatsanleihenDeutsche Staatspapiere gelten am Markt nach wie vor als sichere Anlage. Schließlich genießt die Bundesrepublik noch immer Triple-A-Status. Die Zinsen für deutsche Bundespapiere gingen dagegen im letzten Jahr dramatisch zurück. Gerade einmal 0,45 Prozent erhielten Anleger als Zinsgutschrift. Nach Abzug der Inflation steht damit ein realer Vermögensverlust von knapp 1,5 Prozent. Quelle: dpa
UnternehmensanleihenVor einigen Jahren standen Unternehmensanleihen aus den USA und Deutschland bei Anlegern hoch im Kurs. Schließlich lag der Zinskupon weit über der Inflationsrate. Zudem lag das Insolvenzrisiko deutlich niedriger, als vor der weltweiten Banken -und Staatsschuldenkrise. Heute werfen Unternehmensanleihen im Durchschnitt 1,66 Prozent ab. Allerdings liegen die Anleihen aus Deutschland deutlich vor ihren amerikanischen Konkurrenten. Mit einer Rendite von knapp über zwei Prozent gleichen deutsche Unternehmensanleihen sogar knapp die Inflationsrate aus. Die meisten amerikanischen Firmen bieten dagegen Zinsen weit unter zwei Prozent. Quelle: dpa
Anleihen SchwellenländerBrasilien gehört zweifelsohne zu den künftigen Wirtschaftsmächten dieses Planeten. Mit steigender Bonität und Attraktivität für ausländische Investoren dürfte der Refinanzierungssatz in den kommenden Jahren deutlich sinken. Heute liegt die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen aber noch bei knapp neun Prozent. Auch andere Schwellenländer bieten noch attraktive Zinssätze. Im Durchschnitt liegt dieser bei 2,29 Prozent. Quelle: dpa
Aktienmarkt - DividendenrenditeGerade einmal jeder fünfte deutsche Anleger investiert sein Geld in Aktien. Und das obwohl der Dax im abgelaufenen Jahr einen seiner besten Jahre aller Zeiten hingelegte. Einen Kursgewinn von knapp 30 Prozent verbuchte der deutsche Leitindex im Jahr 2012. Neben den Kursgewinnen profitierten die Anleger auch von soliden Dividendengewinnen. Im Durchschnitt betrugen diese im Dax 2,42 Prozent und lagen damit höher als in den amerikanischen Indizes. Anleger sollten einen Blick auf Unternehmen werfen, die über Jahre hinweg konstante Dividenden zahlten. Allerdings bleiben die Kursschwankungen ein nicht zu unterschätzendes Risiko und können die Dividendenrendite gegebenenfalls weit übersteigen. Quelle: rtr
Junk-BondsGemessen am aktuellen Zinsniveau sind Anleihen mit niedriger Bonität, umgangssprachlich auch Ramsch-Anleihen oder Schrottanleihen, der absolute Rendite-Knüller. Im Durschnitt kommen die Zocker-Papiere auf eine Rendite von 3,81 Prozent. Griechische Staatsanleihen bringen momentan, abhängig von der Laufzeit, eine Rendite von bis zu 30 Prozent - diese Papiere sind aber nur sehr wagemutigen Anlegern zu empfehlen. Quelle: dapd


"Nahrungsmittel bestimmen zunehmend die Teuerungsrate", schrieben die Statistiker. Schon seit rund anderthalb Jahren verteuern sie sich stärker als die Lebenshaltungskosten insgesamt. Im Mai mussten die Verbraucher 5,4 Prozent mehr für Lebensmittel ausgeben. Insbesondere für Gemüse (+12,1 Prozent) und Obst (+9,2) sowie für Speisefette und Speiseöle (+9,7) wurde erheblich mehr verlangt, ebenso für Fleisch und Fleischwaren (+5,6) sowie für Molkereiprodukte und Eier (+4,3).

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.


Noch stärker nach oben gingen die Preise für Glücksspiele. Hier gab es einen Aufschlag von 21,1 Prozent, "vor allem infolge der Preiserhöhung für die Spieleinsätze bei Lotto "6 aus 49'".

Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte etwas kräftiger steigen wird. Sie erwarten, dass die Unternehmen dann die steigenden Lohnkosten an die Verbraucher weiterreichen werden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%