Arbeitsmarkt Deutsche Industrie mit mehr Mitarbeitern – Autobranche baut aber ab

Die Industrie sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern. Trotzdem kann sie ihre Produktion nicht so hochfahren, wie es eigentlich möglich wäre.

  • Teilen per:
  • Teilen per:
Zum Ende des ersten Halbjahres Ende Juni waren knapp 5,5 Millionen Menschen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten tätig. Quelle: dpa

Trotz Materialengpässen und sinkender Aufträge stellt die deutsche Industrie weiter Arbeitskräfte ein. Zum Ende des ersten Halbjahres Ende Juni waren knapp 5,5 Millionen Menschen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten tätig. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 42.500 oder 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war bereits der sechste Zuwachs in Folge. Auch verglichen mit dem Vormonat Mai gab es ein Plus, und zwar von knapp 8900 Beschäftigten oder 0,2 Prozent.

Die Industrie sitzt zwar auf prall gefüllten Auftragsbüchern. Allerdings kann sie wegen Materialengpässen ihre Produktion nicht so hochfahren wie eigentlich möglich. Fast drei Viertel der Unternehmen klagten bei der Juli-Umfrage des Münchner Ifo-Instituts über Materialmangel – etwa bei elektronischen Komponenten.

Gebremst werden könnte die exportabhängige Industrie künftig von der schwächelnden Weltwirtschaft. Mit den USA, China und der Euro-Zone könnten die drei wichtigsten globale Wirtschaftsräume gleichzeitig in eine Rezession abtauchen.

Besonders stark stieg die Beschäftigtenzahl im Juni bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Hier gab es ein Plus von 3,7 Prozent gemessen am Vorjahresmonat. Bei den Produzenten elektrischer Ausrüstungen fiel der Zuwachs mit 3,5 Prozent ähnlich groß aus. Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen ging die Beschäftigtenzahl dagegen um 1,5 Prozent zurück.

Die im Juni im Verarbeitenden Gewerbe geleisteten Arbeitsstunden sanken binnen eines Jahres um 3,6 Prozent auf 663 Millionen Stunden. Allerdings zählte der Juni diesmal auch einen Arbeitstag weniger. Die Entgelte für die Beschäftigten summierten sich auf rund 26,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,5 Prozent zum Vorjahresmonat.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%