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Ausblick 2012 Die Konjunktur steht auf des Messers Schneide

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Deutliche Unterschiede innerhalb einzelner Sparten

Der Wohnungsbau boomt. Quelle: dpa

Soll die Konjunktur nicht abschmieren, muss die Inlandsnachfrage die Lücke füllen, die die Exporte reißen. Bisher haben die Unternehmen kräftig in Maschinen und Anlagen investiert. Doch damit dürfte es bald vorbei sein. Zwar bleiben die Zinsen für Unternehmenskredite vorerst niedrig. Die trüben Absatzaussichten im Ausland und die Verunsicherung durch die Euro-Krise legen sich jedoch wie Mehltau auf die Investitionslaune der Firmen. So will ein Viertel der vom ifo Institut befragten Manager ihre Investitionen im nächsten Jahr herunterfahren. Nur 22 Prozent planen, mehr zu investieren als in diesem Jahr. Experten rechnen daher für 2012 nur mit einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen zwischen null und drei Prozent.

Das Betongold lockt

Geringfügig besser sieht es für die Bauinvestitionen aus. Allerdings unterscheidet sich die Lage der einzelnen Sparten deutlich. Gut laufen die Geschäfte nach wie vor im Wohnungsbau. Die niedrigen Zinsen, die steigenden Einkommen sowie die Sorgen um ihre Ersparnisse haben viele Bürger ins Betongold getrieben. Die Umsätze im Wohnungsbau legten 2011 um zwölf Prozent zu. „Der Wohnungsbau bleibt auch im nächsten Jahr die stabilste Sparte“, sagt Heiko Stiepelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie.

Ungünstiger sieht es für den Wirtschaftsbau aus. Noch verzeichnen die Baufirmen kaum Stornierungen. Doch wenn die Unternehmen weniger in Maschinen und Anlagen investieren, sinkt auch ihr Bedarf an Werks- und Lagerhallen. Rutscht die deutsche Wirtschaft in die Rezession, „werden die Umsätze im Bauhauptgewerbe einbrechen“, fürchtet Stiepelmann.Die Bauaktivitäten des Staates können das nicht auffangen. 2011 legten die Umsätze nur um ein Prozent zu. Im nächsten Jahr dürfte der öffentliche Bau selbst bei günstiger Konjunktur rote Zahlen schreiben. „Bund, Länder und Gemeinden müssen wegen der Schuldenbremse ihre Haushalte konsolidieren, das wird den öffentlichen Bau bremsen“, sagt Stiepelmann.

Hoffen auf die Verbraucher

Bleiben also nur noch die Verbraucher, die die Konjunktur retten könnten. Zum ersten Mal seit 2006 sind die privaten Konsumausgaben 2011 wieder um mehr als ein Prozent gestiegen. Dank anziehender Beschäftigung und steigender Löhne haben die Bundesbürger netto wieder mehr Geld im Portemonnaie. Da Sparkonten derzeit nur Minizinsen abwerfen, geben die Bürger das Geld lieber beim Shoppen aus.

Viel spricht dafür, dass der Konsum die Konjunktur auch 2012 stützt. Laut ifo-Umfrage wollen 16 Prozent der Unternehmen mehr neue Mitarbeiter einstellen, nur 12 Prozent planen, Personal abzubauen. Die meisten einstellungsbereiten Betriebe (61 Prozent) wollen neuen Mitarbeitern gleich eine unbefristete Stelle anbieten. „Die Unternehmen sichern sich wegen der demografischen Zeitenwende rechtzeitig qualifiziertes Personal“, erklärt ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen die hohe Einstellungsbereitschaft.

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