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Ausblick 2012 Die Konjunktur steht auf des Messers Schneide

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Die Konjunktur steht auf Messers Schneide

Schwellenländern wie Brasilien und China. Quelle: REUTERS

Doch nur zwölf Prozent fürchten eine Rezession. So hat sich denn auch das Geschäftsklima im Dezember zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Der Grund für den Optimismus: Die Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren fit gemacht, ihre Kernkompetenzen gestärkt, ihre Produkte verbessert und sich auf die schnell wachsenden Märkte in Schwellenländern wie China und Brasilien fokussiert. Aufträge, Produktion und Beschäftigung sind häufig schon wieder so hoch wie vor der Lehman-Pleite. Die hohen Gewinne haben die Betriebe genutzt, um ihre Finanzen aufzubessern.

Wachstumsprognosen für 2012

Schlimmer geht immer

Die Frage ist nur: Reicht das, um einen Abschwung der Weltwirtschaft ohne Blessuren zu überstehen? Denn die Signale, dass die Weltkonjunktur rasant an Fahrt verliert, sind unübersehbar. In Europa befinden sich viele Länder in der Rezession, den Schwellenländern geht die Puste aus, in China droht die Immobilienblase zu platzen, und die USA fallen als Lokomotive für die Weltkonjunktur aus. „Der Aufschwung ist vorbei, 2012 wird kein erfreuliches Jahr“, sagt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im WirtschaftsWoche-Streitgespräch. Möglicherweise kommt es noch schlimmer. Vergangene Woche warnte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, vor einem Absturz in eine Weltwirtschaftskrise wie in den Dreißigerjahren.

Knackpunkt Euro-Krise

Noch hoffen die Betriebe hierzulande, mit ihren hohen Auftragsbeständen den Abschwung zu überbrücken. Doch das könnte sich als Illusion erweisen. „Gehen die Aufträge weiter zurück, wird das unweigerlich auf die Produktion durchschlagen“, sagt Olaf Wortmann, Konjunkturexperte beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, warnt: „Die erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft wird 2012 nicht immun sein gegen eine Rezession im Euro-Raum.“ Wie heftig der Abschwung ausfällt, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Dem weiteren Verlauf der Weltkonjunktur und der Euro-Krise. Mit einem Exportanteil von 50 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist Deutschland wie kaum ein anderes Industrieland abhängig vom Wohl und Wehe seiner Handelspartnerländer. Die Konjunktur steht auf des Messers Schneide. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise haben die USA, Deutschlands wichtigster Exportmarkt außerhalb Europas, ihre Funktion als globale Konjunkturlokomotive verloren.

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