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Ausblick 2012 Die Konjunktur steht auf des Messers Schneide

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Die US-Finanzkrise war ansteckend

New Yorker Börse Quelle: AP

Zwar blieb den Staaten ein Rückfall in die Rezession bisher erspart. Im Jahresschlussquartal könnte die Wirtschaft sogar um ein Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen. Doch das ist in erster Linie auf Sondereffekte zurückzuführen. „Die Konjunktur lebt derzeit von den Lagerinvestitionen und den Autoverkäufen“, sagt Harm Bandholz, US-Chefökonom von UniCredit. Die Autohersteller holen nach, was sie wegen der Lieferunterbrechungen infolge des Tsunamis und der Atomkatastrophe in Japan im Frühjahr aufschieben mussten.

Mehr Statik als Dynamik

Anfang nächsten Jahres, fürchtet Bandholz, werde das US-Wachstum unter die Marke von 0,5 Prozent sacken. Bremsklotz Nummer eins ist die hohe Arbeitslosigkeit. Auch wenn sich der Arbeitsmarkt zuletzt etwas gebessert hat, bleibt er weit hinter der Dynamik in früheren Aufschwüngen zurück. Nach Ansicht von Bart van Ark, Chefökonom des Conference Board, eines von Unternehmen getragenen Forschungsinstituts, hat sich die Arbeitslosigkeit strukturell verfestigt. „Die Baisse am Immobilienmarkt und die Verlagerung industrieller Arbeitsplätze ins Ausland machen vor allem der Mittelschicht zu schaffen, der wichtigsten Stütze für den privaten Konsum“, sagt van Ark. Die Zeiten, in denen der US-Konsument der Motor für die globale Konjunktur war, seien „definitiv vorbei“.

Abgesang auf die Konjunktur
Ein Mann hält ein geschnürtes Paket mit der Aufschrift "Konjunktur" in den Händen Quelle: dpa
Mitarbeiter bei der Produktion von Audi montieren den A3 Quelle: dpa
Bauarbeiter stehen beim Sonnenaufgang auf einer Baustelle Quelle: dapd
Die Silhouette eines Arbeiters zeichnet sich auf einer Baustelle neben Stahlstreben ab Quelle: dpa
Monteur zieht die Muttern am Drehgestell eines Eisenbahndrehkrans an Quelle: dpa
Ein Mitarbeiter fährt in einem Lager an Flachstahlrollen vorbei Quelle: dapd
Containerterminal im Hamburger Hafen in Hamburg Quelle: dapd

Der Bürger fühlt sich arm

Die Schulden des Staates, die bald die Marke von 100 Prozent des BIPs überschreiten, bremsen den Konsum zusätzlich. Spätestens nach den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr muss die Regierung den Rotstift zücken, die Bürger werden dann den Gürtel enger schnallen.

Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Baisse am Immobilienmarkt wurden bisher enttäuscht. Das Überangebot an Häusern, das durch Zwangsversteigerungen noch verstärkt wird, drückt weiterhin auf die Preise. Die Bürger fühlen sich ärmer und halten sich beim Konsum zurück. Die Ökonomen des Finanzdienstleisters IHS Global Insight rechnen damit, dass die Häuserpreise um weitere fünf bis zehn Prozent sinken werden. Conference-Board-Ökonom van Ark sagt den USA für 2012 daher ein Wirtschaftswachstum von weniger als zwei Prozent voraus.

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