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Autoindustrie unter Nachfrageschock Deutsche Industrie erholt sich nur noch leicht von Corona-Einbruch

In der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, der Automobilindustrie, ist die Produktion im Juli um 6,9 Prozent zum Vormonat gestiegen. Sie liegt aber nach Angaben des Bundesamts noch gut 15 Prozent unter dem Wert vom Februar. Quelle: dpa

Trotz steigender Produktion in den Industrie-, Bau- und Energieversorger-Branchen ist eine rasche Erholung der Wirtschaft nach dem Corona-Lockdown kein Selbstläufer. Vor allem die Autoindustrie leidet extrem.

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Die deutsche Industrie hat sich den dritten Monat in Folge von dem Produktionseinbruch in der Coronakrise erholt. Allerdings fiel der Anstieg im Juli deutlich schwächer aus als erwartet. Im verarbeitenden Gewerbe habe die Fertigung im Monatsvergleich um 1,2 Prozent zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

Analysten hatten mit einem stärkeren Zuwachs um 4,5 Prozent gerechnet. Nach dem historischen Konjunktureinbruch im zweiten Quartal rechnen Volkswirte unverändert mit einer starken Erholung im dritten Quartal.

Der Anstieg im Juni war allerdings stärker als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 9,3 Prozent nach oben, nachdem zuvor nur ein Anstieg um 8,9 Prozent gemeldet worden war. In den Monaten März und April war die Produktion wegen der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie deutlich gefallen. Seitdem konnte ein Teil des Einbruchs wettgemacht werden.

Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Gesamtherstellung im Juli um 10,0 Prozent rückläufig. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Gegenüber Februar, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen, liegt die Gesamtproduktion 10,8 Prozent niedriger.

Die Produktionsdaten aus dem Juli seien „schon eine ziemliche Enttäuschung“, kommentierte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. „Die Erholung der Industrie kommt ins Stocken“, sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

Der Ökonom rechnet weiter mit einem „kräftigen Wachstum“ der Gesamtwirtschaft im dritten Quartal. Zwar seien die Verbraucher und Konsumenten nach wie vor verunsichert, was den Konsum und die Investitionen belaste. Dagegen sorge die starke konjunkturelle Erholung beim wichtigen Handelspartner China für einen Hoffnungsschimmer. „Die deutschen Unternehmen können zumindest auf Bestellungen aus Asien setzen“, sagte Gitzel.

Autoindustrie nicht mehr Wachstums-Motor

In der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, der Automobilindustrie, ist die Produktion im Juli um 6,9 Prozent zum Vormonat gestiegen. Sie liegt aber nach Angaben des Bundesamts noch gut 15 Prozent unter dem Wert vom Februar.

Die Krise in der deutschen Automobilindustrie scheint auch eine Branchenstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe) vorliegt, zu bestätigen. So prägt die Industrie rund um die Autobauer nach vielen Jahren nicht mehr das Wachstum in Deutschland. Demnach habe die Coronapandemie „die Autoindustrie im Branchenvergleich hart getroffen“. Zunächst seien die globalen Lieferketten von einem Angebotsschock getroffen worden. „Jetzt ist die Branche mit einem Nachfrageschock konfrontiert, von dem sie sich nur langsam wieder erholt“, heißt es in der Studie weiter.

Erschwert werde die Situation dadurch, dass bereits hohe Überkapazitäten existierten und der technologische Wandel die Geschäftsergebnisse belaste. „In der Folge steht die Autoindustrie erstmals nach einem Jahrzehnt wieder vor spürbaren Personalanpassungen und wird als Wachstumslokomotive für den Standort Deutschland zunächst ausfallen“, erklärten die Forscher.

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