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Können wir die Rezession ausbremsen? Quelle: imago images

Können wir die Rezession ausbremsen?

Die Wirtschaft kann noch krisenfest gemacht werden. Aber Steuersenkungen und Bürokratieabbau reichen in Zeiten einer wehrlosen EZB nicht mehr aus.

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Meghan und Harry waren vergangene Woche der einzige Lichtblick. Die Herzogin und ihr Prinz verrieten den Geburtstermin ihres ersten Babys und sorgten bei britischen Konsumenten für einen kleinen Stimmungsaufheller. Ansonsten kamen von der Insel schlechte Nachrichten.

Dabei ist das Brexit-Desaster nur einer von vielen Sargnägeln für den längsten Wirtschaftsboom seit Jahrzehnten in Deutschland. Neun Jahre ging es ungebremst aufwärts. Nun ist Schluss. Ökonomie hat viel mit Psychologie zu tun, und darum wirkt jeder Anlass für Verunsicherung wie Gift. Neben der fatalen Sehnsucht der Briten nach alter Empire-Glorie zeigen Donald Trumps Strohfeuer und Chinas Formschwäche jetzt ihre Wirkung. Bereits taucht in manchen Prognosen das hässliche R-Wort auf.

Aber noch ist die Rezession längst nicht da. Bis der wirtschaftliche Albtraum wahr wird, bleibt wertvolle Zeit übrig. Zeit, um die Wirtschaft intelligent krisenfest zu machen. Prompt tauchen in diesen Tagen die erwartbaren Rezepte auf. Unternehmerverbände fordern wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern und Bürokratieabbau. Originell ist das nicht, aber richtig allemal. Nur ausreichen wird es diesmal kaum. Denn die Europäische Zentralbank fällt mit ihrer Nullzinspolitik als Krisenbetreuer aus.

Deshalb sollte man aus vergangenen Krisen lernen. In der Regel kommen erst in den dunkelsten Phasen einer Rezession die Forderungen nach einem staatlichen Konjunkturprogramm, das erst dann wirkt, wenn der Spuk schon beinahe vorbei gewesen wäre – also prozyklisch und sinnlos. Bund, Länder und Kommunen müssen früher handeln, um die Rezession rechtzeitig auszubremsen. Und ein offizielles Konjunkturprogramm braucht es dafür auch nicht. Deutschland sollte nur endlich seine Investitionstätigkeit steigern und vor allem in den Gemeinden nötige Planungskapazitäten schaffen. Laut einer Studie des ifo Instituts braucht es ein Investitionsplus von rund 40 Prozent, damit OECD-Durchschnitt erreicht wird. Bei Forschung und Entwicklung sind es sogar deutlich mehr. Dagegen liegen die Ausgaben für Soziales über dem Schnitt.

Hierzulande gibt es also Hoffnung. Das lässt sich von den Briten nicht behaupten – einmal abgesehen vom royalen Kindersegen. Neben Meghan erwartet auch Herzogin Kate höchstwahrscheinlich wieder Nachwuchs – sagen die Quoten der Wettbüros.

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