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Beteiligung der Gläubiger IWF will Schuldenerlass für Staaten neu regeln

Private Gläubiger sollen früher und umfangreicher an der Umschuldung notleidender Staaten beteiligt werden. Schuldenschnitte würden oft zu gering ausfallen, meint der Strategie-Direktor des Internationalen Währungsfonds.

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Proteste gegen die Sparpolitik in Athen: Der Internationale Währungsfonds fordert, dass notleidende Staaten früher und umfassender Umschulden. Quelle: dpa

Düsseldorf Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird womöglich private Gläubiger früher und umfangreicher an einer Umschuldung von notleidenden Staaten beteiligen als bislang. „Unsere jüngsten Erfahrungen zeigen uns, dass Umschuldungen oft zu gering ausfallen und zu spät kommen“, sagte Hugh Bredenkamp, stellvertretender Direktor für Strategie, Politik und Nachprüfung beim IWF in Washington, dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Dadurch würde nicht nur die wirtschaftliche Erholung in den Krisenländern behindert. Vielmehr erhielten private Besitzer von Staatsanleihen die Chance, sich davon zu machen und die Last auf die Steuerzahler abzuwälzen.

Um das zu verhindern, will der IWF auch seine Kreditvergabe nutzen, um Länder zu einer „zeitgerechten und adäquaten Umschuldung“ zu ermutigen. Denkbar ist, dass private Gläubiger vor einer Hilfszusage zur Kasse gebeten werden. Der IWF setzt sich damit deutlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel ab, die weitere Schuldenschnitte für private Investoren nach der Umschuldung für Griechenland im Jahr 2012 ausgeschlossen hat.

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