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Binnenkonsum Staunen über Deutschlands Shopping-Lust

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Von Angstsparern zu Angstkonsumenten

So ist der Ausblick bei Banken, Autoherstellern & Co.
Container im Hamburger Hafen Quelle: dpa
Maschinenbau Quelle: dpa
Ein Kabel Quelle: dpa
Zeitungen Quelle: dpa
Ein Flugzeug Quelle: dpa
Chemieindustrie Quelle: dpa
Arzt Quelle: dpa

Auch die Zwangsabgabe, die Bankkunden in Zypern für die Sanierung ihrer maroden Finanzinstitute leisten mussten, hat laut GfK das Vertrauen deutscher Sparer in die Sicherheit ihrer Einlagen erschüttert. Ein dickes Bankkonto stellt seither kein Krisenpolster mehr dar, sondern ein Verlustrisiko.

Die Deutschen scheinen von Angstsparern zu Angstkonsumenten geworden zu sein. „Immer neue Krisenschocks und die Rettungsaktionen für überschuldete europäische Krisenstaaten haben das Vertrauen der Verbraucher in den Finanzsektor erodieren lassen“, sagt GfK-Experte Rolf Bürkl. Wer sich den neuen Flachbildschirm leisten kann, greift mithin zu, statt dem Vermögensschwund auf dem Konto tatenlos zuzuschauen. Bei den Verbrauchern besonders gefragt sind laut GfK derzeit Prestigeprodukte wie Smartphones und Tablet-Computer, selbst traditionelle Objekte wie Rasierapparate oder Kaffeeautomaten erfreuen sich großer Beliebtheit. Hier wächst vor allem in hohen Preislagen die Nachfrage rasant, weil die Kunden nach wertvollen Geräten Ausschau halten, um ihr Geld in zuverlässige Qualität anzulegen. Auch Möbelhersteller und Baumärkte profitieren, weil die Verbraucher, befeuert vom Immobilienboom, ihr Heim verschönern.

Ersparnis in Prozent des verfügbaren Einkommens

Nachlassende Sparsamkeit ist gut für die Konjunktur

Aus Sicht nachfrageorientierter Volkswirte ist die nachlassende Sparsamkeit für die Konjunktur ein Segen. Stabilitätsorientierte Ökonomen dagegen fürchten die Geldentwertung und warnen vor Preisblasen wie bei Immobilien, Rohstoffen oder Aktien. Denn das Geld, das die Bürger von ihren Sparkonten abziehen, fließt nicht nur in den Einzelhandel, sondern auch in Sachwerte und Aktien. Noch ist allerdings das gute alte Konto die beliebteste Anlageform. Nach einer Umfrage der Postbank haben rund 40 Prozent der Deutschen ein Sparkonto – in Fonds und Aktien hingegen sind bisher nur rund 17 Prozent investiert.

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    Vor allem in Großstädten hat ein Run auf Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser eingesetzt, an dem – befeuert durch günstige Bauzinsen – auch immer mehr Privathaushalte teilnehmen. Aktien oder Edelmetalle wie Gold und Silber dienen ebenfalls als Fluchtwährung.

    Und eine Trendwende ist nicht in Sicht: Nachdem die EZB Anfang Mai ihren Leitzinssatz auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt hat, dürfte sich am Ärgernis negativer Realzinsen in Deutschland vorerst nichts ändern.

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