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Boom & Bust Wind des Wandels

Mit grüner Technologie wollen globale Konzerne in Schwellenländern Milliarden machen. Die Traumrenditen fließen aber nur, wenn Staaten wie China endlich vom Protektionismus lassen.

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Schwellenländer auf dem Vormarsch

Während Politiker noch bei internationalen Klimakonferenzen streiten, stürzt sich die Wirtschaft gierig auf das Geschäft mit Windkraft, Sonnenstrom, Recycling & Co. Besonders Schwellenländer wie China und Indien freuen sich über grüne Milliardeninvestitionen aus dem Westen. Auch deutsche Unternehmen wollen mitmischen und fern der Heimat ihren technischen Vorsprung zu Geld machen. Nach neuester Schätzung der Welthandels- und Entwicklungskonferenz bei den Vereinten Nationen (UNCTAD) flossen 2009 rund um den Globus 90 Milliarden Dollar an Direktinvestitionen in grüne Technologie. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Großprojekte, die in den Statistiken nicht auftauchen. Das ist ein bedeutender Anteil am weltweiten Investitionsfluss, dessen Pegel nach dem Rückgang durch die globale Rezession laut UNCTAD-Prognose in diesem Jahr wieder auf 1,2 Billionen Dollar steigen dürfte.

Die Begeisterung internationaler Unternehmen für Schwellenländer und umweltfreundliche Technologie könnte ein Weg aus der Krise sein. Trotz aller Euphorie will jeder vernünftige Kaufmann aber irgendwann Rendite sehen. Die Gewinnzone erreicht er jedoch erst, wenn die Investitionssummen zurückgeflossen sind. Daran hängt das Schicksal von Aktionären und Banken, also letztlich ganzer Volkswirtschaften. Lohnt sich der gigantische Kapitaleinsatz, oder enttäuschen die neuen Märkte alle Hoffnungen?

Ein hohes Risiko für internationale Investoren ist der Protektionismus. Der regiert besonders in der Volksrepublik China, die 2009 gemeinsam mit Hongkong das meiste Auslandskapital anzog. Peking lockt Anbieter von heiß begehrtem Know-how etwa mit speziellen Steuervergünstigungen. Auf dem Wunschzettel stehen unter anderem Wind- und Sonnenenergie. Hersteller, deren Kompetenz bei den Wirtschaftsplanern momentan nicht gefragt ist, müssen sich dagegen hinten anstellen. Doch auch Unternehmen, denen der Markteintritt ins Riesenreich geglückt ist, bekommen den Protektionismus zu spüren. Sie müssen oft die Erfahrung machen, dass Auftraggeber heimische Konkurrenten bevorzugen. Chinas Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation hat daran bisher noch nicht viel geändert.

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