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Brentöl Ende der Ölpreis-Rallye möglich

Den echten Bedarf können die Förderländer durchaus decken. Bei bis zu 127 Dollar je Fass ist Öl teuer genug.

Welche EU-Staaten am meisten importieren
Ölraffinerie: Großbritannien bezieht ein Prozent seiner Ölimporte aus dem Iran, und damit 11.000 Barrel pro Tag. Quelle: Reuters
Ölfässer in Hamburg: Auch Deutschland stillt ein Prozent seines Öldurstes mit iranischen Importen. Hier entspricht das 17.000 Barrel pro Tag. Quelle: dpa
Eine Shell-Ölraffinerie in Rotterdam: Ihren Bedarf an Rohöl decken die Niederlande zu zwei Prozent mit iranischen Importen, was einer Menge von 33.000 Barrel pro Tag entspricht. Quelle: dpa
Tankstelle des Mineralölkonzerns Total Quelle: dpa-dpaweb
Benzinpumpen an einer Tankstelle in Spanien: Das Land deckt 13 Prozent seines Ölbedarfs aus Iran-Importen. In Barrel pro Tag macht das 137.000. Quelle: Reuters
Das Logo des italienischen Tankstellennetzes Agip: Ebenfalls zu rund 13 Prozent deckt Italien seinen Ölbedarf mit Importen aus dem Iran. Das bedeutet 183.000 Barrel pro Tag. Quelle: ap
Griechische Fahnen vor der Akropolis: Unter den EU-Staaten deckt Griechenland den größten Teil seines Bedarfs mit Ölimporten aus dem Iran - nämlich rund 14 Prozent. Quelle: dapd

Der Internationale Währungsfonds sieht im teuren Öl eine gefährliche Bedrohung für die Weltwirtschaft. Diese Gefahr ist umso größer, da es derzeit weniger die echte, konjunkturbedingte Nachfrage ist, die den Preis treibt, sondern überwiegend die Angst: Vor allem die vor einer Eskalation im Atomstreit mit dem Iran.

Für Investoren ist Angst ein schlechter Ratgeber. Deutschland bezieht nur ein Prozent seines Rohöls aus dem Iran, Großbritannien und Frankreich zwei bis drei Prozent. In der Euro-Zone sind es pro Tag weniger als eine Million Barrel.

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Das auszugleichen ist kein Problem. Zum einen sind die für Europa wichtigen Lieferungen aus Libyen wieder angelaufen und haben das Niveau aus der Zeit von vor dem Umbruch erreicht; zum anderen verspricht Saudi-Arabien, die Tagesförderung notfalls von zehn Millionen Barrel auf 12,5 Millionen auszudehnen.

Ob die Saudis den Ölpreis damit drücken, womöglich auf die von ihnen angepeilten 100 Dollar, ist zweifelhaft. Dennoch könnte es für die Märkte ein Signal sein, den angesichts der nur schleppenden wirtschaftlichen Entwicklung weit vorgelaufenen Ölpreis nicht noch weiter hoch schießen zu lassen. Zweimal innerhalb von zwölf Monaten ist der Ölpreis der Nordseesorte Brent bis auf 127 Dollar gestiegen. Gut möglich, dass hier erst einmal der Deckel drauf ist.

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