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Brexit gefährdet Konjunktur Wirtschaftsweise korrigieren Prognose nach unten

Konjunktur: Wirtschaftsweise korrigieren Prognose nach unten Quelle: imago images

Die Konjunktur in Deutschland trübt sich weiter ein. Der Sachverständigenrat der fünf Wirtschaftsweisen revidiert seine Prognose deutlich nach unten. Für 2019 erwarten die Experten nur noch 0,8 Prozent Wachstum.

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Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kassiert seine Prognose: Für die Jahre 2019 und 2020 erwarten die fünf Ratsmitglieder für Deutschland nun nur noch durchschnittliche Wachstumsraten von 0,8 beziehungsweise 1,7 Prozent. Zuvor hatte die Prognose aus dem vergangenen Herbst für das laufende Jahr ein Plus von 1,5 Prozent in Aussicht gestellt; im Frühjahr 2018 hatten die Experten sogar noch mit einem Wachstum von 1,8 Prozent gerechnet. Damit wurde die jüngste Prognose nahezu halbiert.

In der Begründung heißt es laut Mitteilung, dass vor allem Produktionsprobleme in Auto- und Chemieindustrie für die Bremswirkung verantwortlich seien. Das Expansionstempo der deutschen Wirtschaft habe nachgelassen. In vielen Branchen seien zudem die Kapazitätsgrenzen erreicht, auch der anhaltende Fachkräftemangel wird ins Feld geführt. Der Sachverständigenrat erwartet aber zugleich einen weiteren Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen und auch eine hohe Lohndynamik in Deutschland. „Die Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft ist vorerst vorüber“, erläutert der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt. Eine Rezession sei „angesichts der robusten Binnenkonjunktur aber aktuell nicht zu erwarten.“

Mit den schwächeren Daten und Aussichten steht Deutschland nicht allein da. Auch für die weiteren Mitgliedsstaaten des Euro-Raums rechnen die Wirtschaftsweisen mit einer lahmenden Entwicklung. Die Prognose für die Zuwachsrate des realen BIP im Euro-Raum liegt für das Jahr 2019 nun nur noch bei 1,2 Prozent. Für das kommende Jahr wird ein Zuwachs in Höhe von 1,4 Prozent erwartet.

Die Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werten die Experten als „sehr hoch“. Nicht nur der nach wie vor völlig unklare Ausgang der Brexitverhandlungen hinterlässt seine Schleifspuren in der Konjunktur des Euro-Raumes. Auch der Handelskrieg des US-Präsidenten Donald Trump mit China, drohende Strafzölle für Europa sowie das sich abkühlende Wachstum Chinas tragen zur Unsicherheit bei. Eine „Spirale aus protektionistischen Maßnahmen“ berge die Gefahr, die deutsche Wirtschaft in eine Rezession zu schicken, warnen die Wissenschaftler.

Mit ihren Einschätzungen reiht sich der Rat der Wirtschaftsweisen in eine Folge kassierter Konjunkturerwartungen ein. Zuvor hatten bereits mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Ausblicke abgesenkt.

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