China Exporte schrumpfen stärker als erwartet

Bereits zum fünften Mal in Folge sind die Exporte in China im Monat November geschrumpft. Auch für die deutschen Unternehmen haben die schwachen Ausfuhren immer größere Folgen.

Chinas Exporteure leiden unter der schwachen Weltkonjunktur. Quelle: dpa

Exportweltmeister China bekommt die globale Konjunkturschwäche immer stärker zu spüren: Im November schrumpften die Ausfuhren bereits den fünften Monat in Folge. Sie sanken um 6,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten der Zollverwaltung hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von fünf Prozent gerechnet. Die Importe nahmen bereits den 13. Monat in Folge ab. Auch wenn das Minus mit 8,7 Prozent nicht so stark ausfiel wie erwartet, signalisiert es doch einen schwächelnden Binnenmarkt.

China macht besonders die sinkende Nachfrage aus anderen Schwellenländern und der EU zu schaffen. "In den USA läuft es noch ganz okay", sagte Analyst Wang Jianhui vom Finanzhaus Capital Securities in Peking. "Aber die Probleme in den Schwellenländern sind ziemlich groß." Die Exporte in die Europäische Union - dem wichtigsten Handelspartner der Volksrepublik - gingen im November um 9,0 Prozent zurück. Die Importe aus der EU fielen sogar um 9,2 Prozent.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Die schwächere Nachfrage aus der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt spüren längst auch die deutschen Unternehmen: Erstmals seit 1997 könnten ihre China-Exporte in diesem Jahr fallen. In den ersten neun Monaten gaben sie bereits um rund drei Prozent auf knapp 54 Milliarden Euro nach.

Nach dem jahrelangen Boom steuert die Volksrepublik 2015 auf das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert zu. Die Regierung peilt ein Plus von sieben Prozent an - nach 7,3 Prozent im Vorjahr. Ökonomen erwarten für 2016 nur noch ein Plus von 6,5 Prozent. Regierung und Zentralbank stemmen sich gegen die Abkühlung. Peking investiert verstärkt in die Infrastruktur, um die Konjunktur anzuschieben. Umgerechnet 412 Milliarden Euro sollen in den Ausbau des Schienennetzes fließen. Die Zentralbank flankiert diese Maßnahmen mit Zinssenkungen.

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Die Handelsdaten verdarben Anlegern die Laune. In Tokio verlor der Nikkei rund ein Prozent auf 19.492 Punkte. In Shanghai beendete die Börse den Handel mit einem Minus von 1,9 Prozent. Auch in Hongkong ging es 1,8 Prozent nach unten

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