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China Der große Wachstumsschub bleibt aus

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Vorwürfe wegen Zahlenmanipulation

Die größten deutschen Arbeitgeber in China
Knorr-Bremse Quelle: Screenshot
Heraeus Quelle: Foto: Heraeus
Henkel Quelle: Pressebild
Evonik Quelle: Pressebild
Bertelsmann Quelle: dapd
Schenker Quelle: dapd
Freudenberg Quelle: Pressebild

Dass es ein weiteres Mal zu einer solchen Finanz-Bazooka kommt, ist allerdings unwahrscheinlich, sagen die meisten Analysten: "Wir rechnen aber damit, dass Peking neue Infrastrukturprojekte auflegt und bereits vorhandene schneller ausbaut", heißt es zum Beispiel bei Merryl Lynch.

Mehr Grund zur Besorgnis allerdings liefert etwas anderes: Es gibt Anzeichen, dass die BIP-Zahlen manipuliert sind. So veröffentlichte die New York Times vor einigen Tagen einen Artikel, der für Wirbel sorgte: Ein Land, das seine Elektrizität zu zwei Dritteln aus Kohle gewinnt, müsste bei steigendem Wachstum, also steigendem Stromverbrauch, auch mehr Kohle verbrennen. Dies ist allerdings nicht der Fall. Lokale Offizielle würden gefälschte Zahlen an Peking liefern, um sich keinen Ärger aus der Zentrale zu holen. (Die Haupteinnahmequelle vieler finanzschwacher Kommunen sind ohnehin Landverkäufe.) Ein bis zwei Prozent Wachstum, so Experten, könnten auf diese Art und Weise manipuliert sein.

Alles in allem also besorgniserregende Nachrichten.

Analysten und Chinesen bewegen die Kurse

Den deutschen Unternehmen in China geht es gut

Gleichzeitig aber berichtet kaum ein deutsches Unternehmen in China von Problemen. DHL eröffnet ein neues Drehkreuz. Am Tag darauf vermeldet Volkswagen, in der ersten Jahreshälfte 2012 1,3 Millionen Fahrzeuge in China abgesetzt zu haben, immerhin ein Zuwachs von 17,5 Prozent. Laut einer am 27. Juni veröffentlichten Umfrage der Außenhandelskammer in China erwartet die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen höhere Umsätze und Gewinne.

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Woher also diese Differenz? Die neuesten Zahlen aus China sind sicherlich kein Grund zum Jubel. Das Ende des China-Booms aber bedeuten sie auch nicht. Denn Chinas Wirtschaft schrumpft nicht, sie verändert sich: Immer mehr Betriebe automatisieren ihre Produktion und werden effizienter. Löhne und Gehälter steigen. Produkte werden konkurrenzfähig. Zumindest in den Städten der hoch entwickelten Ostküste ist die Infrastruktur mit der westliche Länder vergleichbar (und manchmal sogar besser). Gerade aber von einer höher entwickelten Wirtschaft profitieren die rund 5.000 deutschen Unternehmen in China - viele von ihnen mittelständische Betriebe. Sie stellen die Maschinen her, mit denen China seine Fabriken automatisiert, bauen Pumpen für Pipelinehersteller oder fertigen Messgeräte für chinesische Krankenhäuser. Diese Unternehmen machen Gewinne - unabhängig davon, ob die chinesische Wirtschaft mit sieben, acht oder neun Prozent wächst.

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