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Denkfabrik Gefährliche Entwicklungsbank

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China will eigenen Bausektor wieder rentabel machen

Nicht von ungefähr stellt sich jetzt China an die Spitze derer, die die Forderungen der Weltbank nach mehr öffentlichen Infrastrukturinvestitionen erfüllen wollen. Das Land ist die treibende Kraft hinter der New Development Bank (BRICS-Bank), der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank und des sogenannten Seidenstraßen-Fonds. Das Startkapital der drei Institutionen liegt im dreistelligen Milliardenbereich; mit dem Geld soll primär die Infrastruktur in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziert werden.

China will sein infrastrukturgetriebenes Wachstumsmodell zu einem Zeitpunkt exportieren, zu dem das Land Schätzungen zufolge 50 Prozent mehr Kapital benötigt, um die gleichen Wachstumsraten wie in der Vergangenheit zu erzielen. Die Initiative ist also nicht ganz uneigennützig. Der chinesische Bausektor zum Beispiel stößt angesichts der Immobilienblase an seine Rentabilitätsgrenzen. Die neuen Aktivitäten der drei Institutionen könnten dies künftig kompensieren, wenn die Aufträge in erheblichem Umfang an chinesische Unternehmen gingen. Zudem sichert sich China den Zugang zu neuen Netzwerken und Märkten.

Ein Teil der mittel fließt an die Geber zurück

Das chinesische Vorgehen birgt für Kreditnehmer allerdings drei Finanzierungsrisiken. Erstens drohen die mit niedrigen Zinsen finanzierten Projekte unrentabel zu werden, falls es zu einer Zinswende kommt. Zweitens haben die Empfänger der Kredite nicht den Zugang zu den günstigsten Beschaffungsquellen vor Ort; somit fließt ein Teil der Mittel indirekt an den Geber zurück. Drittens laufen die Kredite auf Währungen der Entwicklungsländer, die international wenig gehandelt werden. Das bindet die Empfänger an den Kreditgeber.

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Doch das größte Risiko ist realwirtschaftlicher Natur. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Strukturwandel hin zu Dienstleistungen sowie technologische Innovationen wie der 3-D-Drucker die Bedeutung grenzüberschreitender Wertschöpfungsketten und damit den Bedarf an Transportwegen reduzieren.

Anders formuliert: Ein Weiter-so auf Basis des chinesischen Wachstumsmodells würde den neuen Strukturen nicht gerecht. Besser wäre es, kleine reversiblere Infrastrukturinvestitionen modular zu entwickeln und dabei ausländische wie heimische Investoren einzubinden.

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