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Deutsche Bundesbank Deutsche Wirtschaft gewinnt an Schwung

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft im Aufwind. Dank des billigen Rohöls könne sie im ersten Quartal "etwas kräftiger" wachsen als Ende 2015, schrieb die Zentralbank am Montag in ihrem Monatsbericht für Februar.

Von Oktober bis Dezember war das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Quelle: dpa

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft trotz schwacher Weltkonjunktur und der jüngsten Börsenturbulenzen im Aufwind. Dank des billigen Rohöls könne sie im ersten Quartal "etwas kräftiger" wachsen als Ende 2015, schrieb die deutsche Zentralbank am Montag in ihrem Monatsbericht für Februar.

Von Oktober bis Dezember war das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen. "Vermehrter Schwung dürfte von der Konsumkonjunktur kommen, die weiterhin von der guten Arbeitsmarktlage profitiert", so die Bundesbank. "Zusätzliche Impulse sind vor allem von erheblichen Kaufkraftgewinnen der privaten Haushalte aufgrund des neuerlichen Rohöl-Preisverfalls um die Jahreswende 2015/2016 zu erwarten."

Ein besseres Ergebnis zum Jahresende verhinderten sinkende Exporte. Hier bleiben die Aussichten auch verhalten. "Die Exportgeschäfte der deutschen Industrie dürften zwar davon profitieren, dass sich die Konjunkturerholung in wichtigen Industrieländern fortsetzt", erklärte die Bundesbank. "Verschlechtert haben sich allerdings die Aussichten für Exporte in Schwellenländer." Die Wirtschaft Chinas - weltweit die zweitgrößte nach den USA - war im vergangenen Jahr so schwach gewachsen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Konjunktureintrübung in den Schwellenländern ist nach Einschätzung von Experten auch einer der Gründe für den niedrigen Ölpreis.

Wegen des Preisverfalls beim Schwarzen Gold senkte die Bundesbank ihre Inflationsprognosen für dieses und das kommende Jahr. Basierend auf der Ölpreisentwicklung von Anfang Februar erwartet die Notenbank nach europäischen Standards nun in Deutschland 2016 eine Teuerung von rund 0,25 Prozent statt bisher 1,1 Prozent. Für 2017 werden rund 1,75 Prozent statt bislang 2,0 Prozent vorausgesagt. Die alte Prognose von Anfang Dezember basierte noch auf Ölpreisen vom November. Seither ging es aber um rund 30 Prozent nach unten. "Hintergrund ist das hohe Angebot an Rohöl in Verbindung mit einer verhaltenen Nachfrage", so die Bundesbank.

Mit den niedrigeren Inflationsprognosen für Deutschland steigt die Wahrscheinlichkeit weiter, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer Ratssitzung im März ihre Inflationsvorhersagen senken wird. Befürworter einer noch lockeren Geldpolitik bekämen dann weitere Argumente für ihre Position.

Denn die EZB strebt eine Inflation im Währungsraum von knapp zwei Prozent an - quasi als Sicherheitsabstand zu einer gefährliche Spirale aus fallen Preisen, sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen, der sogenannten Deflation. Momentan geht die EZB für den Euro-Raum 2016 von einer Teuerung von einem Prozent im Jahresdurchschnitt aus. Im Januar waren die Preise jedoch nur um 0,4 Prozent gestiegen.

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