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Deutscher Arbeitsmarkt 93 Landkreise von steigender Arbeitslosigkeit betroffen

Die regionalen Arbeitslosenzahlen in Deutschland steigen an, vor allem im Süden. Quelle: dpa

Die Arbeitslosenzahlen steigen wieder, zumindest in einigen Landkreisen. Auch auf Bundesebene kann das laut einer Studie der UBS bald passieren. Greift die Regierung deswegen mit einem Konjunktur-Programm ein?

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Der Trend ist seit Monaten zu beobachten, jetzt erreicht er seinen vorläufigen Höhepunkt: Im Juli ist die Arbeitslosenquote in 23,2 Prozent der deutschen Landkreise im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das sind immerhin 93 von 401 Regionen. Anfang des Jahres waren laut einer Studie der UBS nur 4,7 Prozent der Landkreise betroffen. Steigen die regionalen Arbeitslosenzahlen weiter, kann das, so die UBS-Experten, ein wichtiger Indikator dafür sein, ob die Bundesregierung mit einem Konjunktur-Programm eingreift, um die Arbeitslosenzahlen zu stabilisieren. Im Oktober werden die wirtschaftlichen Prognosen für das Jahr 2019 angepasst. Dann wird sich wohl zeigen, wie pessimistisch die Regierung die Lage am Arbeitsmarkt beurteilt.

Auffällig: Vor allem der Süden mit den industrieintensiven Ländern Bayern und Baden-Württemberg ist von steigenden Arbeitslosenzahlen betroffen. Dort sitzt oft verarbeitendes Gewerbe und es zeigt sich eine direkte Verbindung zwischen der Export-Schwäche der Industrie und dem Arbeitsmarkt. Die Unternehmen beginnen wegen der schwächelnden Wirtschaft ihre Arbeitspläne anzupassen, entlassen also Mitarbeiter.

Von einem bundesweiten Anstieg der Arbeitslosenquote ist das Deutschland noch ein Stück weit entfernt. Dafür müssten um die 70 Prozent der Landkreise von steigenden Arbeitslosenzahlen betroffen sein – so war es zumindest in vergangenen Konjunkturzyklen. Die Analyse der UBS zeigt aber, dass die regionalen Zahlen weiter ansteigen. Und das wird, solange die nationale Export-Schwäche anhält, wahrscheinlich auch so bleiben.

Die regionalen Arbeitslosenquoten haben bisher noch keine Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten der Deutschen. Im zweiten Quartal wurde sogar noch mehr eingekauft als zu Jahresbeginn. Zurückhaltung gibt es also noch nicht. Die UBS stellt aber fest, dass etwa 20 Prozent der Konsumenten Angst vor dem Jobverlust haben. Das ist zwar noch ein relativ geringes Niveau, aber auch diese Zahl ist in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen. Vor ein paar Monaten war diese Zahl nur halb so groß.

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