Deutschland Reallöhne steigen stark wie lange nicht

Die niedrige Inflation und die kräftigen Lohnabschlüsse spielen den Deutschen in die Tasche: Die Reallöhne haben 2014 so stark zugelegt wie schon lange nicht mehr.

20-Euro-Scheine Quelle: dpa

Die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer sind 2014 so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2008. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes führte vor allem die geringe Preissteigerung zu einer Reallohnsteigerung von 1,7 Prozent, wie die Behörde am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Die Statistiker korrigierten damit ihre vorläufigen Zahlen vom Februar nochmals leicht um 0,1 Prozentpunkte nach oben. 2013 waren die Reallöhne in Deutschland leicht gesunken (minus 0,1 Prozent), 2012 um 0,5 Prozent gestiegen.

Die Nominallöhne kletterten 2014 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent nach 1,4 Prozent 2013 und 2,5 Prozent 2012. Da die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr aber nur um 0,9 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten real deutlich mehr Geld in der Tasche.

Dax-Chefs verdienen 53 Mal mehr als ihre Mitarbeiter
Platz 10Auf Rang zehn landet HeidelbergCement. Hier liegt die durchschnittliche Vergütung pro Vorstand im Verhältnis zum durchschnittlichen Aufwand pro Beschäftigtem um das 62-fache höher. Quelle: Hans-Böckler-Stiftung Quelle: dpa
Platz 9Bei der Daimler AG bekommen die Bosse 70-mal so viel Geld wie die übrigen Mitarbeiter. Quelle: dpa
Platz 8Aufs Konto der Vorstände der Linde AG wandert stets das 74-fache von dem, was die Mitarbeiter auf den niedrigeren Gehaltsstufen verdienen. Quelle: dpa
Platz 7Um so viel zu verdienen wie die Konzernchefs bei Siemens müssten die "Otto-Normal-Mitarbeiter" das 75-fache bekommen. Quelle: dpa
Platz 6Auf Rang sechs landet Infineon Technologies. Hier bekommen die Vorstände das 79-fache an Vergütung. Quelle: dpa
Platz 5Die Vergütung der Henkel-Vorstände übersteigt den Durchschnittslohn um den Faktor 82. Quelle: dpa
Platz 4Von dem Salär der Vorstände können etwa die Paketzusteller der Deutschen Post nur träumen. Sie verdienen nur ein 92stel dessen. Quelle: dpa

Nach den Angaben profitierten vor allem höher qualifizierte Arbeitnehmer von dem kräftigen Lohnanstieg. So war der nominale Verdienstzuwachs der Arbeitnehmer in leitender Stellung mit plus 4,1 Prozent überdurchschnittlich hoch, während die Verdienstanstiege angelernter Beschäftigter (+ 1,5 Prozent) und ungelernter Beschäftigter (+ 1,2 Prozent) deutlich unterhalb der Gesamtentwicklung lagen.

Einschließlich Sonderzahlungen verdienten Vollzeitbeschäftigte 2014 in Deutschland durchschnittlich 46.575 Euro brutto. Die höchsten Durchschnittsverdienste wurden bei Banken und Versicherungen (68.104 Euro) bezahlt sowie im Bereich Information und Kommunikation (63.591 Euro). Die niedrigsten durchschnittlichen Bruttojahresverdienste bekamen Arbeitnehmer im Gastgewerbe mit 26.455 Euro.

Die Statistiker betonten jedoch, dass knapp zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten weniger verdienen als den Durchschnittswert. Die anderen werden entsprechend überdurchschnittlich bezahlt.

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