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Dieter Hundt Arbeitgeber-Präsident gegen Euro-Austritt Griechenlands

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Haben wir Raum für Steuersenkungen?

Nein, haben wir nicht. Der Schuldenabbau muss absolute Priorität haben. Allenfalls sehe ich Spielraum, um die kalte Progression anzugehen.

Erste Unternehmer deuten an, dass die Konjunktur erneut abstürzen könnte. Ist die Lage wie 2008?

Ich warne davor, einen Absturz der Konjunktur oder gar eine Rezession herbeizureden! In Deutschland besteht eine gewisse Lust, negative Szenarien an die Wand zu malen. In der Realwirtschaft gibt es keine Anzeichen dafür, dass wir in eine neue Rezession rutschen. Wenn Europa die Staatsverschuldung in den Griff bekommt, werden wir längerfristig eine positive Entwicklung haben.

Welches Wachstum erwarten Sie?

Ich bin überzeugt, dass wir dieses Jahr drei Prozent erreichen. 2012 erwarte ich gut zwei Prozent.

Der zweite FDP-Minister müht sich an einer Pflegereform ab. Ist zusätzliches Sparen notwendig?

Die Pflegeversicherung war und ist eine Teilabsicherung. Wir brauchen eine zusätzliche, individuelle und kapitalgedeckte Vorsorge. Die Pflegeversicherung muss auch zumindest teilweise von den Arbeitskosten abgekoppelt werden.

Aber in anderen Sozialversicherungen könnten Beiträge sinken.

In der Rentenversicherung besteht Luft. Der Spielraum muss genutzt werden. Jetzt liegt der Beitrag bei 19,9 Prozent, schrittweise wären 19,1 oder 19,2 Prozent möglich. Davon profitieren alle Arbeitnehmer. Wenn eine Senkung der Rentenbeiträge als Argument für höhere Pflegebeiträge herhalten muss, werden die Menschen getäuscht. Die Rentenversicherung wird auf längere Sicht wieder teurer.

Bei der Pflege will die Koalition zum Extrasparen verpflichten. Wäre das auch ein Weg in der Altersvorsorge?

Ich halte die Grundidee nicht für falsch. Thema zurzeit aber ist die Pflege.

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