WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

DIW-Präsident Fratzscher warnt vor drohender Deflationsdynamik in der Euro-Zone

Exklusiv

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, warnt vor der akuten Gefahr, dass sich die Erwartung sinkender Preise verfestigt.

Fast leerer Containerterminal Quelle: dpa

„Die Deflationserwartungen an den Finanzmärkten ist deutlich unter dem Ziel von zwei Prozent, selbst in Ländern wie Frankreich und Italien fällt ein Drittel der Güterpreise. Eine Verstetigung dieser Erwartungen hätte negative Auswirkungen auf das Wachstum in der Euro-Zone insgesamt“, prognostiziert Marcel Fratzscher in der Wirtschaftswoche. „Der Schaden einer Deflation gilt für jede Volkswirtschaft, egal, ob innerhalb oder außerhalb einer Währungsunion. Und das Risiko ist akut.“ 

Es könne eine Spirale entstehen, in der sich der Deflationsdruck verfestige. „Unternehmen investieren weniger, wenn sie erwarten, dass die Preise über die nächsten Jahre fallen werden. Denn dann sinkt die Rendite von Investitionen, der Realzins und die Schuldenlast wachsen. Das heißt dann auch weniger Beschäftigung, weniger Einkommen, weniger Wachstum“, führt Fratzscher aus. Dadurch komme es zu einem weiteren Fall der Nachfrage, da noch mehr Menschen ihre Beschäftigung verlieren und die Einkommen weiter sinken. Fratzscher: „Eine solche Deflationsdynamik hat nichts Positives; sie zerstört permanent einen Teil der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%