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Druck auf EZB Verbraucherpreise steigen kaum noch

Die Inflation im Euroraum ist wieder im Sinkflug. Die jährliche Inflationsrate sank im Mai auf 0,5 Prozent. Vor allem Dienstleistungen verteuerten sich.

Die höchsten Inflationen aller Zeiten
Turkmenistan, Januar 1992 - November 1993Währung: Manat Tägliche Inflationsrate: 5,71 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 12,7 Tage Quelle: Institute for Applied Economics, John Hopkins University Baltimore Quelle: AP
Armenien, Oktober 1993 - Dezember 1994Währung: Rubel Tägliche Inflationsrate: 5,77 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 12,5 Tage Quelle: REUTERS
China, Oktober 1947 - Mitte Mai 1949Währung: Yuan Tägliche Inflationsrate: 14,1 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 5,34 Tage
Griechenland, Mai 1941 - Dezember 1945Währung: Drachme Tägliche Inflationsrate: 17,9 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 4,27 Tage
Deutschland, August 1922 - Dezember 1923Währung: Papiermark Tägliche Inflationsrate: 20,9 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 3,70 Tage
Republika Srpska, April 1992 - Januar 1994Währung: Dinar Tägliche Inflationsrate: 64,3 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 1,41 Tage
Jugoslawien, April 1992 - Januar 1994Währung: Dinar Tägliche Inflationsrate: 64,6 Prozent Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 1,41 Tage Quelle: dpa

Kaum noch steigende Preise in der Euro-Zone nähren kurz vor dem EZB-Zinsentscheid die Furcht vor einer Deflation. Die Inflationsrate in den 18 Staaten der Währungsunion sank im Mai überraschend auf 0,5 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Damit war der Preisauftrieb so niedrig wie zuletzt im März. Experten hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate wie im April bei 0,7 Prozent liegen würde. Wie Eurostat mitteilte, verteuerten sich Dienstleistungen in der Euro-Zone ersten Schätzungen zufolge um 1,1 Prozent. Die Energiekosten verharrten hingegen auf dem Vorjahresniveau.

Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Donnerstag zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommt, liegt bei knapp zwei Prozent. Sie hat bereits angekündigt, sich nicht dauerhaft mit einem zu niedrigen Preisauftrieb abzufinden. Experten erwarten, dass sie mit einer weiteren Senkung der bereits rekordniedrigen Zinsen gegensteuern wird. Denn die EZB will verhindern, dass die Verbraucher in Erwartung niedriger Preise ihre Käufe zurückstellen und so eine Deflationsspirale in Gang kommt. Der Euro legte nach den Inflationsdaten zum Dollar leicht zu. Börsianern zufolge reagierten Anlegen erleichtert darauf, dass die Inflationsrate nicht wie von einigen Experten befürchtet auf 0,4 Prozent gefallen sei.

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Die aktuellen Inflationsdaten dürften der EZB nach Ansicht von Helaba-Ökonom Johannes Jander erhebliche Sorgen bereiten: "Der Druck auf die EZB wird zunehmen, bei der Ratssitzung am Donnerstag zu handeln." Auch die enttäuschenden Wachstumszahlen in Frankreich und Italien legten eine geldpolitische Lockerung nahe. Die meisten Experten erwarten, dass der Leitzins von 0,25 auf ein Rekordtief von 0,1 Prozent gesenkt wird. Zudem dürften die Währungshüter erstmals bei der EZB geparktes Geld mit einem Strafzins belegen, um so die Banken zur verstärkten Kreditvergabe anzuregen.

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