Einsichten Populismus birgt Risiken

Auf das Ausland kommt es an!

Clemens Fuest ist Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Quelle: Reuters

Die wirtschaftlichen Aussichten für 2015 zeigen Licht und Schatten. In Deutschland wird das Wachstum bei rund einem Prozent liegen. Unsere Wirtschaft ist stark exportabhängig, deshalb ist wichtig, was im Ausland passiert. Die Euro-Zone insgesamt wird ebenfalls nur um ein Prozent wachsen. Dabei gibt es allerdings große Unterschiede. Irland brummt mit Wachstumsraten zwischen drei und vier Prozent, Frankreich und Italien werden 2015 dagegen eher stagnieren. Eskaliert der Konflikt mit Russland oder gewinnen populistische Parteien in Europa die Oberhand, könnte die fragile Konjunktur einbrechen. Aber auch positive Überraschungen sind möglich.

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Ausbau beschleunigen

Dafür sprechen der Aufschwung in den USA und Großbritannien und der niedrige Ölpreis, der wie ein Konjunkturprogramm wirkt. Um das Wachstum zu stärken, sollte Deutschland seine überregulierten Dienstleistungsmärkte liberalisieren und Bedingungen für private Investitionen verbessern. Ausgaben für öffentliche Infrastruktur sollten maßvoll ausgedehnt und durch den Abbau überflüssiger Subventionen finanziert werden, nicht durch mehr Schulden. Auf europäischer Ebene sollten die 315 Milliarden Euro des Juncker-Fonds den Ausbau grenzüberschreitender Verkehrs-, Energie- und Kommunikationsnetze beschleunigen. Außerdem hemmen die hohen Schulden von Unternehmen und privaten Haushalten in Europa das Wachstum. Notleidende Kredite an Unternehmen und Private müssen abgeschrieben und Schulden notfalls durch Insolvenz abgebaut werden. Nur dann entsteht eine Basis für wirtschaftliche Erholung.

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