WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Entlassungswelle befürchtet Wirtschaftsweiser Franz: Arbeitsmarktprognose im Jahresgutachten wohl zu optimistisch

Wenige Wochen nach Vorlage des Jahresgutachtens für 2009 rückt Wolfgang Franz, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR), von den darin getroffenen Vorhersagen zur Arbeitsmarktentwicklung ab.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Rezession könnte Quelle: dpa

In ihrem Gutachten hatten die „Fünf Weisen“ einen nur moderaten Anstieg der Arbeitslosenquote von 7,8 auf 7,9 Prozent prognostiziert, das entspricht im Jahresdurchschnitt rund 36 000 Personen.

Nun sagte Franz der WirtschaftsWoche: „Die Arbeitsmarkt-Prognose des Sachverständigenrats liegt angesichts der jüngsten Konjunkturdaten sicher an der oberen Optimismusgrenze. Wenn sich im Laufe des kommenden Jahres abzeichnet, dass die Rezession länger andauert, könnte das doch noch eine Entlassungswelle provozieren und zu weit höheren Arbeitslosenzahlen als die vorhergesagten 3,3 Millionen führen.“ Bedroht sind laut Franz „vor allem die Jobs der Geringqualifizierten“. Angesichts des Fachkräftemangels in der Wirtschaft, so der Wirtschaftsweise, würden die Unternehmen versuchen, hoch qualifizierte Mitarbeiter, etwa im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich, trotz Rezession zu halten. Franz: „Sonst fehlen ihnen diese Leute im nächsten Aufschwung.“

Zwar sieht der Wirtschaftsweise und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), den deutschen Arbeitsmarkt nach wie vor „dank der Strukturreformen der Regierung Schröder“ weit „widerstandsfähiger und besser gerüstet“ als in früheren Rezessionen. Doch seien die Möglichkeiten der Politik, Konjunktursteuerung zu betreiben, „außerordentlich begrenzt“. Franz warnt: „Man kann nicht als Wirtschaftspolitiker auf ein paar Knöpfchen drücken, und die Sache ist ausgestanden. Wenn die Politik einzelne Branchen oder gar einzelne Unternehmen unterstützt, führt das nur dazu, dass eine Krise verschleppt wird und Anpassungen zeitlich verzögert auftreten."

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%