Euro-Krise Deutschland spart 94 Milliarden Euro Zinskosten

Die Niedrigzins-Politik hat auch ihr Gutes: Wegen ihr spart Deutschland eine enorme Summe an Zinskosten, wie eine Regierungsantwort zeigt. Die Grünen wollen damit Straßen und Brücken sanieren.

Die Euro-Skulptur vor der früheren Europäischen Zentralbank Quelle: dpa

Der Bund hat wegen der Niedrigzinspolitik seit 2008 rund 94 Milliarden Euro an Zinskosten eingespart. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatte die „Welt“ darüber berichtet. Im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise hatte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen auf fast null Prozent gesenkt. Zudem gelten deutsche Schuldpapiere als sicherer Hafen, weshalb der Bund weniger Zinsen zahlen muss.

Die Zinsersparnis für die Zeit 2008 bis 2014 ergibt sich aus der Differenz zwischen ursprünglichen Annahmen und den tatsächlichen Zinskosten, die zuletzt stets niedriger als veranschlagt waren. Statt 326 Milliarden fielen nur 232 Milliarden Euro für Kreditzinsen an.

Zehn Alltags-Tricks zum Geld sparen
Stellen Sie sich den Ruhestand vorFür ein schnelles Auto oder die schicke Handtasche sparen viele Menschen lieber, als für den Ruhestand. Das liegt daran, dass dieser oft noch weit weg ist und eher abstrakt wahrgenommen wird. Wer sich dagegen ausmalt, was er im Rentenalter alles erleben will, der spart auch lieber fürs Alter. Quelle: Fotolia
Zahlungsweise ändernBei vielen Versicherungen erhalten Sie einen Rabatt, wenn Sie Ihren Beitrag nicht monatlich überweisen, sondern gleich den Jahresbetrag zahlen. Gibt die Haushaltskasse das her, sollten Sie den Rhythmus umstellen. Quelle: Fotolia
Kaufen Sie antizyklischDie zweite Hälfte des Sommers hat bereits begonnen, die Herbstkollektionen werden in die Läden geräumt. Gerade dann ist der richtige Zeitpunkt für den Bikinikauf gekommen. Viele Modelle sind bereits reduziert, wer jetzt für die nächste Badesaison vorsorgt, spart. Quelle: dpa
Beim Shopping Preise umrechnenGeld können Sie auch sparen, wenn Sie beim Einkaufen die Preise in Arbeitsstunden umrechnen. Wer feststellt, dass er für eine schlichte Bluse über zehn Stunden arbeiten musste, wird eventuell ein anderes, günstigeres Modell wählen. Quelle: Fotolia
Mehr bar zahlenDen Einkauf mit EC- oder Kreditkarte zu bezahlen ist sehr bequem. Allerdings auch tückisch, denn die Folgen für das Sparkonto sieht man oft erst, wenn man sich das nächste Mal in seinen Online-Banking-Account einloggt. Wer oft unnötige Einkäufe mit dem Plastikkärtchen bezahlt, sollte wieder dazu übergehen, mehr Bargeld dabei zu haben und damit an der Kasse zu bezahlen. Damit ist der Verlust unmittelbar zu erkennen. Quelle: Fotolia
Schutz vor KabelbruchSmartphone, Laptop, Tablet – alles braucht ein Netzteil. Gerade der obere Teil des Kabels direkt am Netzteilstecker ist dabei sehr empfindlich, Verrenkungen zu versteckten Steckdosen sorgen oft dafür, dass ein Kabel im 90 Grad-Winkel in den Laptop muss. Umso schneller bricht das Kabel. Um das zu verhindern, hilft eine Kugelschreiberfeder, die an dieser Stelle um das Kabel gewickelt wird. Quelle: dpa
Günstige Halterung fürs TabletViele moderne Küchen kommen kaum noch ohne aus: die Wandhalterung fürs Tablet. Egal ob fürs Fernsehen oder für Rezepte beim Kochen. Doch Tabletzubehör ist teuer. Die günstige Alternative zu einer teuren Markenhalterung sind Klebehaken für Handtücher. Je mehr davon benutzt werden, desto sicherer hängt das Tablet. Dabei sollten Sie darauf achten, für welche Oberflächen der Halter geeignet ist. Auf einer welligen Raufasertapete hält der Haken eventuell schlechter. Quelle: dpa/dpaweb

Ein Grund sind auch die hohen Steuereinnahmen und die stabile wirtschaftliche Lage, die den finanziellen Spielraum des Bundes erhöhten und eine geringere Kreditaufnahme zur Folge hatten. Der Antwort des Parlamentarischen Finanz-Staatssekretärs Steffen Kampeter zufolge ist schon jetzt klar, dass der Bund auch 2015 rund 2,1 Milliarden Euro weniger für Zinsen aufwenden muss als geplant.

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„Anders als von der Krise gebeutelte europäische Staaten hat die Bundesrepublik massiv von der Finanz- und Eurokrise profitiert. Die Bundesrepublik Deutschland ist milliardenschwerer Krisengewinner“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Sven-Christian Kindler.

Die Einsparungen bei den Zinskosten machten eines deutlich: Die gute Situation für Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei vor allem das Ergebnis glücklicher Umstände. „Die EZB und nicht die Bundesregierung ist hauptverantwortlich für die Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung.“ Die niedrigen Zinszahlungen seien eine Chance für einen Subventionsabbau und vor allem für eine Investitionsoffensive in die Infrastruktur.

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