Euro-Rettung Merkel und Sarkozy planieren den Weg zu Eurobonds

Mit Schuldenbremse und Wirtschaftsregierung versuchen Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy, die Märkte zu beruhigen. Doch ihr Weg führt direkt in die Transferunion. Für Deutschland wird es teuer.

France's President Nicolas Quelle: REUTERS

Sein Name ist Bond, Euro-Bond. Und wie beim Namensvetter James, dem Agenten mit der Lizenz zum Töten, gilt auch für die Gemeinschaftsanleihe der europäischen Währung: Sag niemals nie.

Erst mal nicht, lautet auch die Botschaft, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am vorigen Dienstag aussandten. Beim Treffen im Élysée-Palast versicherten sich beide gegenseitig, die brisanten Euro-Bonds – von Kritikern "Euro-Bombs" getauft – dürften kein Thema sein. Stattdessen präsentierte das Führungsduo eine Palette von Vorschlägen für die 17 Euro-Länder sowie eine bislang umstrittene Steuerharmonisierung, bei der Deutschland und Frankreich als Musterknaben vorangehen wollen.

"Eine neue Phase der Zusammenarbeit in der Euro-Zone" kündigte die Kanzlerin an. Deutsche Haushaltsdisziplin soll den Druck auf die Partner steigern und Druck von den Finanzmärkten nehmen. Das allerdings, auch diese Botschaft steckt im Merkel-Sarkozy-Vorstoß, ist der letzte Schuss, der im Rahmen der geltenden Europaverträge möglich ist. Immerhin: Während Merkels Reisen an die Seine sonst "meist ein teures Unterfangen wurden", so der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch, müssen die deutschen Steuerbürger diesmal ihre Hände nicht reflexartig ans Portemonnaie halten.

Das deutsch-französische Führungsduo will nachträglich die wirtschaftspolitischen Pfeiler einbauen, die bei der Schaffung des europäischen Währungsraums ausgespart wurden. "Vernünftig" seien die Beschlüsse, atmet der für Wirtschaft zuständige CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs auf.

Ja, Mach nur einen Plan

Doch der Pfad zur Stabilität führt auch in die Transferunion. Die Maßnahmen sind genau jene Bedingungen, die die Bond-Fans in Deutschland formuliert haben. Können Merkel und Sarkozy ihre Pläne im Club der Sünder durchsetzen, planieren sie damit den Weg von der Schuldengemeinschaft zu den Gemeinschaftsschulden.

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