Euro-Zone Industrie trotzt der Griechenland-Krise

Der Einkaufsmanagerindex zeigt: Die Industrie in der Euro-Zone ist stark genug, um der Unsicherheit durch die Griechenland-Krise zu trotzen. Das Barometer fiel nur minimal. In Griechenland sieht das jedoch anders aus.

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Trotz der Griechenland-Krise hat die Industrie in der Euro-Zone kaum an Fahrt verloren. Der Einkaufsmanagerindex fiel nur minimal um 0,1 auf 52,4 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 3000 Unternehmen mitteilte. Er hielt sich aber deutlich über der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

In Griechenland sank das Barometer auf ein Rekordtief von 30,2 Prozent. In Deutschland wurde mit 51,8 Prozent ein Zwei-Monats-Tief erreicht. Das gilt auch für Frankreich, das allerdings mit 49,6 Prozent knapp unter der Wachstumsschwelle blieb.

An Griechenland hängt mehr als nur der Euro

In Griechenland, wo die Banken über Wochen geschlossen blieben, sackten die Indizes für Produktion, Auftragseingang und auch für das Exportneugeschäft auf die tiefsten Werte seit Beginn der Erhebung im Jahr 1999. Die Talfahrt in dem Ägäis-Land hatte jedoch keine direkten negativen Auswirkungen auf andere Industriesektoren der Euro-Zone, wie aus der Umfrage hervorgeht. "Die Konjunktur in der Euro-Zone dürfte nach dem Überwinden der letzten Hürde in der griechischen Schuldenkrise wahrscheinlich wieder an Dynamik gewinnen", prophezeit Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Seit dem Regierungswechsel in Athen Anfang des Jahres hat sich die dortige Wirtschaftslage Experten zufolge massiv verschlechtert. Zuletzt kamen viele Unternehmen nur schwer an Geld, eine Pleitewelle wird befürchtet. Die Industrie Griechenlands stellt nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin allerdings nur 12,6 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit weit weniger als der Tourismus, auf den ein Anteil von 16,4 Prozent entfällt.

Auch der vom griechischen Institut IOBE erhobene Stimmungsindikator gab deutlich nach. Der Index misst die Erwartungen in der Industrie, der Dienstleister, im Einzelhandel, am Bau sowie das Verbrauchervertrauen. Mit 81,3 Zählern für Juli wurde das niedrigste Niveau seit fast drei Jahren festgestellt.

Wegen der drohenden Staatspleite Griechenlands waren Börse und Banken Ende Juni geschlossen worden. Die Geldhäuser haben ihre Schalter seit dem 20. Juli wieder geöffnet. Transaktionen sind aber weiterhin nur eingeschränkt möglich. Am ersten Tag nach ihrer fünfwöchigen Zwangspause brach die griechische Börse am Montag so stark ein wie nie zuvor.

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