Eurostat Preise in der Euro-Zone wieder stabiler

Die Preise in der Euro-Zone sinken nicht mehr so stark wie noch zu Anfang des Jahres. Vor allem in Deutschland und Frankreich sind sie stabil.

EZB-Skulptur Quelle: dpa

Die Preise in der Euro-Zone fallen nicht mehr so stark wie zu Anfang des Jahres. Die Lebenshaltungskosten sanken im Februar zum Vorjahr um 0,3 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag auf Basis endgültiger Daten mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzzahl bestätigt.

Im Januar waren die Preise noch doppelt so schnell gefallen. Die Inflationsrate lag bei minus 0,6 Prozent. Gebremst wurde der Preisverfall durch die Energiekosten: Sie verringerten sich zum Vorjahr nur noch um 7,9 Prozent nach einem Wert von minus 9,3 Prozent im Januar. Lebensmittel verteuerten sich hingegen um 0,5 Prozent und Dienstleistungen sogar um 1,2 Prozent.

Zehn Tipps gegen die Deflation
Die Deflationsangst in der Euro-Zone ist weiterhin groß, in den vergangenen Monaten fiel die Inflationsrate eher mager aus. Doch für eine Panik gibt es keinen Grund. Wer die niedrige Teuerung ausschließlich verteufelt, tut ihr Unrecht. Quelle: AP
Deflation herrscht dann, wenn die Preise über einen längeren Zeitraum sinken. Eine wirtschaftliche Situation also, in der das Angebot an Waren und Dienstleistungen größer ist als die Nachfrage - das drückt die Preise. Verbraucher könnten dann eigentlich kaufen. Aber sie tun es nicht, weil sie annehmen, dass die Preise weiter sinken. Ein Einnahmeausfall ist die Folge. Was dagegen gemacht werden kann... Quelle: dpa
... der Staat sollte versuchen, durch eigene Investitionen die Nachfrage zu stimulieren. Das Sanieren von öffentlichen Gebäuden oder Investitionen in andere große Bauprojekte können ein erster Schritt sein. Quelle: dpa
Möglich wäre auch der Ausbau von neuen Bahnstrecken oder Autobahnen. Durch staatliche Investitionen sinkt zusätzlich die Arbeitslosigkeit, während der Konsum weiter steigt. Quelle: dpa
Ein weiteres Maßnahmenbündel wären Steuersenkungen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Im Detail bedeutet das: Die Senkung der Unternehmenssteuern schafft Anreize, um in die Produktion zu investieren; eine Senkung der Einkommenssteuer entlastet die Arbeitnehmer. Quelle: dpa
Die Senkung des Leitzinses könnte einer Deflation entgegen wirken, weil so günstigere Kredite vergeben werden können... Quelle: dpa
... aber es kann eben auch sein, dass das mal nicht klappt - wie in Japan. Der Staat kämpft bereits seit 1990 mit einer deflationären Entwicklung seiner Wirtschaft. Zinssenkungen sollten das eigentlich eindämmen, aber die Nachfrage hat sich dadurch trotzdem nicht verbessert. Der Leitzins liegt mittlerweile bei um die null Prozent. Quelle: REUTERS
Gold kann, vor allem in Krisenzeiten, eine sinnvolle Anlage sein. Die Wetten von spekulativen Anlegern auf einen steigenden Goldpreis lagen etwa im Dezember so niedrig wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Damals nahm die Goldrally Fahrt auf: Im ersten Quartal 2008 übersprang der Preis je Feinunze erstmals die Marke von 1000 Dollar. Nach einer knappen Verdopplung notiert der Unzenpreis derzeit nur ein Viertel höher als zu Beginn des Jahres 2008. Quelle: AP
Devisenkontrollen können ebenfalls eine gute Möglichkeit sein, um auf Deflation zu reagieren. Das tun insbesondere Schwellenländer. Quelle: dpa/dpaweb
Durch die Inanspruchnahme der Kredite steigt auch die Geldmenge, die im Umlauf ist. Kurzum: Die Verbraucher haben mehr Geld in der Hand und könnten sich - zumindest theoretisch - mehr leisten. Quelle: dpa

Am stärksten fielen die Verbraucherpreise in Griechenland. Dort lag die Inflationsrate bei minus 1,9 Prozent. Im Januar war sie bei minus 2,8 Prozent noch tiefer im Keller. Auch in Litauen (minus 1,5 Prozent) und Spanien (minus 1,2 Prozent) sanken die Lebenshaltungskosten deutlich. In Deutschland (minus 0,1 Prozent) und Frankreich (minus 0,3 Prozent) fielen die Preise hingegen nicht so stark.

Die Europäische Zentralbank hat jüngst mit einem groß angelegten Ankaufprogramm für Staatsanleihen auf die Situation reagiert. Mit der Geldflut soll der Euroraum vor einer Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und Investitionen bewahrt werden. Eine solche Deflation kann eine Wirtschaft lähmen, wenn Verbraucher ihre Käufe in Erwartung immer niedrigerer Preise aufschieben, Löhne sinken und Firmen nur noch zögerlich in neue Anlagen und Maschinen investieren.

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