Eurostat-Zahlen Die Inflation in der Eurozone lässt nach

Im Euroraum geht der Preisanstieg - anders als in Deutschland - wieder leicht zurück. Dafür sind die Prognosen der Statistiker für den europäischen Arbeitsmarkt eher düster.

Wo das Leben in Europa am meisten kostet
Autoverkauf in Bulgarien Quelle: REUTERS
Polen und Rumänien Quelle: dpa
Litauen und Ungarn Quelle: dapd
Lettland und Slowakei Quelle: APN
Estland, Malta und Tschechische Republik Quelle: dpa
Autokauf in Portugal Quelle: gms
Spanien und Griechenland Quelle: dpa

Sinkende Benzinpreise haben den Anstieg der Verbraucherpreise in der Euro-Zone im Oktober leicht gebremst. Die Statistikbehörde Eurostat in Brüssel meldete am Mittwoch in einer ersten Schätzung eine Jahresteuerung von 2,5 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten mit diesem Rückgang gerechnet, nachdem die Inflationsrate im September noch bei 2,6 Prozent gelegen hatte.

Wie viele Arbeitsstunden ein Kotelett kostet
Das Institut für Wirtschaft Köln kam in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass Löhne und Preise proportional gestiegen seien. 2011 bekam ein Arbeitnehmer für die geleistete Arbeitsstunde netto 45 Prozent mehr Lohn als vor 20 Jahren. Die Warenpreise seien im selben Zeitraum um 43 Prozent geklettert. Arbeitnehmer müssen dementsprechend für einen identischen Warenkorb heute genauso lange arbeiten wie zu Beginn der 1990er Jahre. Quelle: dpa/dpaweb
Anders verhält es sich für ostdeutsche Arbeitnehmer. Bei ihnen sei die Kaufkraft in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 21 Prozent gestiegen, sagte ein Institutssprecher. Seit der Wiedervereinigung hätten sich die Entgelte in Ostdeutschland fast verdoppelt, die Preise für Waren und Dienste seien um knapp 70 Prozent gestiegen - und damit weniger stark. Die Löhne und Gehälter seien im Osten aber immer noch deutlich niedriger als im Westen. Quelle: dpa/dpaweb
Lebensmittel hat der teils als „Teuro“ verschriene Euro laut der Studie nicht teurer gemacht. Eine Flasche Kölsch erfordere damals wie heute den Gegenwert von drei Arbeitsminuten an der Werkbank oder im Büro. Quelle: dpa/dpaweb
Je nach Konsumverhalten seien Produkte auch günstiger geworden: Für ein Schweinekotelett reichten pro Kilo Fleisch statt 36 Minuten bereits 30 Minuten Arbeit. Quelle: dpa/dpaweb
Auch Alltagsgüter wie Kleidung seien durch einen vergleichsweise geringeren Preisanstieg schneller verdient als im Jahr 1991.
Auch viele Elektronikprodukte sind erschwinglicher geworden.
Allein mit dem Benzinpreis konnten die Löhne und Gehälter nicht mithalten, wie das IW einräumt: Für eine Tankfüllung musste 2011 fast zwei Stunden länger gearbeitet werden als zwanzig Jahre zuvor. Quelle: dapd

In Deutschland waren die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) zum Vorjahr lediglich um 2,1 Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB), die nächste Woche zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommt, sieht mittelfristig stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Arbeitsmarkt bleibt düster

In Arbeit
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Zugleich hat sich die Entwicklung am Arbeitsmarkt der Euro-Zone weiter verdüstert. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im September saisonbereinigt auf die Rekordzahl von 11,6 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im August hatte sie bei aufwärts revidiert 11,5 Prozent gelegen. Während die Arbeitslosenquote im September in Spanien auf 25,8 Prozent kletterte, verharrte sie in Deutschland bei 5,4 Prozent. Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für Oktober weisen allerdings saisonbereinigt einen Anstieg der Arbeitslosenzahl im Monatsvergleich um 20.000 Erwerbslose aus.

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