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Expansion der Geldmenge Riskante Politik der Notenbanken

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Insgesamt 1750 Milliarden Quelle: REUTERS

Besonders gefährlich ist das Vorgehen der Notenbanker aus der Schweiz. Durch den massiven Ankauf von Euros gegen Franken am Devisenmarkt haben sie in den vergangenen Tagen den Wechselkurs des  Franken kräftig nach unten gedrückt. Der schwache Franken  soll zum einen die Exporte beleben und zum anderen über höhere Importpreise einer drohenden Deflation entgegen wirken. Der Versuch,  sich über die Manipulation des Wechselkurses Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Ländern zu verschaffen, erinnert übel an die Abwertungswettläufe in der Großen Depression in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die dazu beitrugen, den Welthandel abzuwürgen.

Andere Absichten der Schweizer

Hinter dem Vorgehen der Schweizer Notenbanker dürfte aber noch andere Absichten als die Förderung der eigenen Exportwirtschaft stecken. Viele Osteuropäer haben in den vergangenen Jahren bei Schweizer Banken zu niedrigen Zinsen auf Franken lautende Kredite aufgenommen und sind wegen der Aufwertung des Franken in Schwierigkeiten bei der Rückzahlung geraten. Dadurch drohen den Schweizer Banken gewaltige Abschreibungen auf ihren Kreditbestand. Durch die künstliche Abwertung des Franken will die Notenbank das Problem nun entschärfen – und macht sich damit zum Büttel der Geschäftsbanken.

Risiken nehmen weltweit zu

Das größte Problem der neuen weltweiten Liquiditätsschwemme aber dürfte sein, dass es den Notenbankern schwer fallen wird, aus der Nummer wieder rauszukommen. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, müssen  sie die Liquidität nämlich absaugen – und dazu Staatsanleihen wieder verkaufen. Das wird deren Kurse unter Druck setzen und die Zinsen nach oben treiben. Die Gefahr von Verwerfungen am Kapitalmarkt sowie massive politische Widerstände könnten sie von diesem Schritt abhalten. Die Folge: Es bliebe viel zu viel Liquidität in der globalen Wirtschaft, die Inflation würde sich dramatisch beschleunigen. Die Märkte in den USA scheinen die Gefahr zu riechen – und schickten den Dollar vergangene Woche auf Talfahrt.

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