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Freytags-Frage

Wohin entwickelt sich die Volkswirtschaftslehre?

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Handelshemmnisse belasten ärmere Bevölkerungsschichten

Damit sind auch Verteilungsfragen im Allgemeinen angesprochen. Denn neben der Armut und der Zuteilung von Emissionsrechten bestehen auch in den reichen Ländern Verteilungsprobleme, die weitgehend politische Ursachen haben. Die Volkswirtschaftslehre bietet einige Erklärungen für politische Entwicklungen, denn die anreiztheoretischen Überlegungen gelten nicht nur für Konsumenten und Unternehmen, sondern auch für Politiker und die Verwaltung. Mit entsprechenden Regelsystemen kann zu einer gerechteren Verteilung beigetragen werden.

Als Beispiel dafür kann man die internationale Handelspolitik heranziehen. Obwohl Handelshemmnisse bekanntermaßen zu gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsverlusten im Inland und im Ausland beitragen, sind sie ein beliebtes politisches Instrument. Ihr Hintergrund ist dabei zumeist ein verteilungspolitischer Konflikt. Man denke nur an die Sicherung der heimischen Landwirtschaft oder der heimischen Textilindustrie.

Wer schon den Friedensnobelpreis bekam
2017Mit dem Friedensnobelpreis 2017 für die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) hat die Jury ein klares Signal für ein Verbot von Atomwaffen gesetzt. „Wir leben in einer Welt, in der das Risiko, dass Atomwaffen zum Einsatz kommen, größer ist als lange Zeit“, sagte die Chefin des norwegischen Nobel-Komitees Berit Reiss-Andersen am Freitag. „Wir senden Botschaften an alle Staaten, vor allem die mit Atomwaffen.“ Sie seien aufgefordert, ihre Verpflichtungen zum Verzicht auf Nuklearwaffen einzuhalten. Ican erhält die weltweit wichtigste politische Auszeichnung unter anderem für ihre „bahnbrechenden Bemühungen um ein vertragliches Verbot solcher Waffen“. Die Organisation hat maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt, der im Juli unterzeichnet wurde und von 122 Staaten unterstützt wird. Quelle: dpa
Nobelpreis 2015 Santos Quelle: AP
2015Den Friedensnobelpreis 2015 erhielt das tunesische Quartett für den nationalen Dialog - für die Bemühungen, eine pluralistische Demokratie in Tunesien im Zuge des Arabischen Frühlings aufzubauen. Es stieß einen friedlichen politischen Prozess an, als das Land kurz vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs stand. Das Quartett besteht aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband (UGTT), dem Arbeitgeberverband (UTICA), der Menschenrechtsliga (LTDH) und der Anwaltskammer. Diese vier Mitglieder repräsentieren verschiedene Bereiche und Werte in der tunesischen Gesellschaft: das Arbeitsleben, die staatliche Fürsorge, Grundsätze des Rechtsstaates und die Menschenrechte. Quelle: BR Quelle: dpa
Friedensnobelpreis für Kailash Satyarthi und Malala Yousafzai Quelle: dpa
2013 Mit den Chemiewaffen-Vernichtern der OPCW wurde ebenfalls eine Organisation ausgezeichnet. Quelle: dpa
2012Der Friedensnobelpreis geht an die Europäische Union. Die EU erhalte die Auszeichnung, weil sie "mehr als sechs Jahrzehnte zur Verbreitung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beigetragen hat", begründete der Vorsitzende des Norwegischen Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, in Oslo am Freitag die Entscheidung. Die EU war bereits mehrfach als möglicher Träger des Friedensnobelpreises gehandelt worden. Quelle: Handelsblatt Online
2010Sehr zum Ärger der chinesischen Machthaber zeichnet das Nobelkomitee den chinesischen Regimekritiker Liu Xiaobo (rechts) aus. Er unterstützte im Dezember 2008 mit 302 anderen chinesischen Intellektuellen das im Internet veröffentlichte Bürgerrechtsmanifest Charta 08. Quelle: REUTERS

Diese Maßnahmen treffen die Ärmsten in den reichen Ländern, die einen sehr hohen Anteil ihres Einkommens für Nahrung und Kleidung ausgeben müssen, und die Entwicklungsländer gleichermaßen; sie tragen damit zumindest indirekt zu den Wanderungsbewegungen bei.

Der Zwang zur Spezialisierung gefährdet die Volkswirtschaftslehre

Was die Volkswirtschaftslehre wirklich kann, ist somit das Denken in Zusammenhängen; früher nannte man das Denken in Ordnungen. Um im Beispiel zu bleiben: Es reicht nicht festzustellen, dass Milchquoten den bedrohten Landwirten helfen (und damit vordergründig gerecht und fair erscheinen). Man muss die Zweit- und Drittrundeneffekte sehen. Denn mit der Unterstützung einer Gruppe erzwingt man Ausweichreaktionen bei anderen Gruppen (unter anderem den Landbewohnern in Sub-Sahara Afrika), die möglicherweise neue Probleme erzeugen.

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    Die Politik neigt dazu, diese Probleme dann erneut isoliert anzugehen und so eine Interventionsspirale zu erzeugen, ohne wirkliche Lösungen zu erreichen. Ökonomen sind hier hilfreich und weisen spezielle Expertise im Aufspüren dieser Zusammenhänge auf.

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    Diese Expertise droht allerdings dadurch verschüttet zu werden, dass der Zwang zur Publikation eine immer tiefere Spezialisierung bei jungen Forscherinnen und Forschern der Volkswirtschaftslehrte erfordert, die dann nicht mehr zum Denken in Ordnungen gezwungen werden und es wohl nicht mehr erlernen. Deshalb muss die Volkswirtschaftslehre darauf achten, dass angewandte Forschung in den Rankings entsprechend gewürdigt wird. Ansonsten droht sie in der Tat irrelevant zu werden.

    Die Auszeichnung der Königlichen Akademie an Professor Deaton ist ein gutes Signal in diese Richtung.

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