Freytags-Frage

Wie stärken wir die Weltwirtschaft?

Die Konjunkturaussichten sind ordentlich - aber zwischen den einzelnen Ländern gibt es große Unterschiede. Für fast alle Nationen gilt: Investitionen und Strukturreformen bleiben unerlässlich.

Die wirtschaftsstärksten Städte der Welt
Menschen beobachten eine Lichtershow am Bund in Shanghai Quelle: REUTERS
US-Footballspieler William Russ Quelle: AP
Stadtbild von München Quelle: dpa
Kinder in Lima bekommen Süßigkeiten von berittenen Polizisten während einer Parade Quelle: REUTERS
größtes Schiff der Welt im Hamburger Hafen Quelle: dpa
Smog über chinesischer Stadt Quelle: dpa
chinesische Hochgeschwindigkeitszüge Quelle: dpa

Pünktlich zur heute beginnenden Frühjahrstagung von Weltbankgruppe und Internationalem Währungsfonds (IWF) hat der IWF den halbjährlich erscheinenden World Economic Outlook (WEO), April 2015, veröffentlicht. Der Titel lautet ”Uneven Growth. Short- and Long-Term Factors“ und weist auf eine Problematik hin, die seit einigen Jahren die Weltwirtschaft prägt, nämlich auf ganz unterschiedliche Perspektiven verschiedener Regionen und Länder.

Insgesamt, so der WEO, wächst die Weltwirtschaft 2015 etwas schneller als im Vorjahr (3,5 Prozent Zuwachs nach 3,4 Prozent in 2014). Dabei verlangsamt sich das Wachstum in den Schwellenländern, vor allem in China, während die Industrieländer ein wenig zulegen werden, hier vor allem die Vereinigten Staaten (USA) und Großbritannien. Die Eurozone wächst mit 1,5 Prozent etwas stärker als im Vorjahr (0,9 Prozent), liegt dabei aber nur vor Japan (1,0 Prozent) und hinter den anderen OECD-Ländern.

Konjunkturindikatoren

Die Aussichten für den Außenhandel sind ebenfalls eher durchschnittlich. Der WEO sagt für 2015 einen Zuwachs im Handel von 3,7 Prozent (nach 3,4 Prozent in 2014) voraus, wesentlich getrieben durch Exportzuwächse der Schwellenländer.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2015 nur eine geringe Dynamik erleben wird, aber auch nicht in eine Rezession rutscht. Der IWF nennt jedoch einige Faktoren, die die Entwicklung der Tendenz nach noch weiter gefährden können:

Der IWF nennt einige günstige Begleiterscheinungen, so zum Beispiel den niedrigen Ölpreis und damit verbunden die geringe Inflation. Auch die Wechselkursentwicklungen mögen eine positive Dynamik entfalten, so der WEO.

Ein ganzes Kapitel ist der gegenwärtigen Investitionsschwäche gewidmet, die natürlich auf die Krise(n), aber auch auf andere, strukturelle Ursachen zurückgeführt wird. Zwei wesentliche Maßnahmen werden genannt, um die Investitionsnachfrage zu steigern, öffentliche Investitionen und Strukturreformen. Zusätzliche geld- und fiskalpolitische Impulse werden nicht abgelehnt; dies macht Sinn, aber nur wenn die Reformen und Infrastrukturinvestitionen nicht durch die Impulse ersetzt werden.

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