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Gbureks Geld-Geklimper

Die nächste Runde der Enteignung

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Der Abwertungswettlauf beginnt

Mit dem Argument, ein schwacher Euro helfe der Wirtschaft der Eurozone aus der Patsche, verhält es sich wie mit dem HVPI: Der Durchschnitt entspricht der mittleren Temperatur von heißer Herdplatte und Eisfach im Kühlschrank. In diesem Zusammenhang sei noch darauf hingewiesen, dass die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone sich wieder ähnlich nähern wie seinerzeit vor dem Ausbruch der Finanzkrise.

Das heißt, die Gefahrenzulage für Staatsanleihen aus Ländern rund ums Mittelmeer ist größtenteils abgeschmolzen, obwohl deren Bonität sich nicht in ähnlichem Ausmaß verbessert hat.
Die Idee, die eigene Währung zu schwächen, damit die Wirtschaft auf dem Umweg über höhere Exporte in Schwung kommt, ist recht alt. Sie trieb zu Beginn der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts besonders europäische Länder in einen Abwertungswettlauf, zu dessen Ende es nur Verlierer gab.

Der Instrumentenkasten der EZB

Das neueste Beispiel bietet Japan, dessen Währung abgewirtschaftet hat. Daraus ist zwar noch kein Abwertungswettlauf entstanden, aber wenn jetzt Europa nachzieht, ist damit zu rechnen. Dann werden die Amerikaner nachziehen; und spätestens wenn der Euro auf die Parität zum Dollar zurauscht, werden sie zurückschlagen.

Bargeld in Gefahr

Das alles kann nicht ohne Folgen für Anleger bleiben. So führt die Geldpolitik der EZB bereits jetzt dazu, dass Banken ihren Kunden zum Teil negative Zinsen aufbrummen. Daraus droht ein Trend zu werden. Was kann man dagegen tun? Wenn sogar Nikolaus von Bomhard, Chef des weltweit größten Rückversicherers Münchener Rück, zuletzt in einem FAZ-Interview von Repressalien und Teilenteignung sprach, muss man sich zweifellos etwas einfallen lassen.

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    Geld in kleineren Beträgen unter die Matratze zu legen, ist sicher nicht falsch, jedoch eher für den Fall zu empfehlen, dass Geldautomaten mal ausfallen können, als auf diese Weise mit größeren Beträgen die Flucht vor negativen Zinsen anzutreten.

    Übrigens gelten Bargeldgrenzen schon in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Zypern (um nur einige Euroländer zu nennen, die Robert Rethfeld von wellenreiter-invest.de in einer aktuellen Studie mit dem Titel „Bargeldverbot rückt näher“ erwähnt).

    Über kurz oder lang werden auch Restriktionen für den Goldbesitz eingeführt, und zwar explizit und umso schneller, je mehr sich der Goldpreis erholt. Ein steigender Goldpreis gilt bekanntlich unter anderem als Indikator dafür, dass mit dem sogenannten Papiergeld etwas nicht stimmt. Sollte Draghi seinem Inflationsziel von zwei Prozent minus etwas irgendwann mal näher kommen, dürften Anleger, die Gold nicht anonym gekauft haben, von Restriktionen betroffen sein.

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