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Geistesblitze der Ökonomie (XIII) Der Meister der effizienten Verteilung

Vilfredo Pareto legte vor mehr als 100 Jahren den Grundstein für die moderne Wohlfahrtsökonomik. Das von ihm erdachte Kriterium wird heute noch genutzt, um die Effizienz von Verteilungen zu bewerten.

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Vilfredo Pareto Quelle: Jembob Creative-Commons Attribution Share-Alike 3.0 Unported

Als Eheberater hätte Vilfredo Pareto nicht getaugt. Wenn zum Beispiel ein Ehepaar, das seit 30 Jahren zusammen Lotto spielt, endlich den Jackpot knackt – wer bekäme dann wie viel vom Gewinn? Fair wäre es, den Gewinn anteilig nach den Kostenbeiträgen zu verteilen. Um Streit zu vermeiden, sollte man ihn wohl zu gleichen Teilen aufteilen. Doch für den 1923 verstorbenen italienischen Ökonomen Pareto spielten Fairness und Harmonie im wirtschaftlichen Kontext keine Rolle. Für ihn zählte nur Effizienz.

Um Pareto-effizient zu sein, muss ein Zustand nicht fair oder gerecht sein, sondern nur ein Kriterium erfüllen: Es darf keine andere Verteilung geben, bei der ein Individuum besser gestellt wird, ohne ein anderes schlechter zu stellen. Im Fall der beiden Lottogewinner hätte Pareto gegen keine Lösung etwas einzuwenden: Denn im Vergleich zur Ausgangssituation, in der beide Partner nichts hatten, ist jede Verteilung eine Verbesserung. Das klingt etwas befremdlich. „Deshalb hielt Pareto sein Kriterium auch nur im Umfeld einigermaßen gerecht angesehener Vermögens- und damit auch Einkommensverteilungen für anwendbar“, sagt der Volkswirtschaftsprofessor Hans-Jürgen Wagener von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

Um die Organisation von Verteilungen zu analysieren, ist die Pareto-Effizienz bis heute ein grundlegendes Werkzeug. Vor allem, wenn es nicht um die Verteilungsprobleme zwischen zwei Personen, sondern um die einer ganzen Gesellschaft geht. Bevor man sich überlegt, wie eine gerechte Aufteilung von staatlichen Transfers aussieht oder welche Steuern fair sind, sollte man die Situation zunächst nach dem Pareto-Kriterium durchleuchten. Eine gute politische Maßnahme sorgt nach Pareto zunächst dafür, dass es einem Teil der Gesellschaft besser geht, ohne dass der Rest etwas abgeben muss. Dieser Blickwinkel hilft, möglichst effiziente Reformen zu entwickeln.

Die größten Ökonomen
Adam Smith, Karl Marx, John Maynard Keynes und Milton Friedman: Die größten Wirtschafts-Denker der Neuzeit im Überblick.
Gustav Stolper war Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "Der deutsche Volkswirt", dem publizistischen Vorläufer der WirtschaftsWoche. Er schrieb gege die große Depression, kurzsichtige Wirtschaftspolitik, den Versailler Vertrag, gegen die Unheil bringende Sparpolitik des Reichskanzlers Brüning und die Inflationspolitik des John Maynard Keynes, vor allem aber gegen die Nationalsozialisten. Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-2006-0113 / CC-BY-SA
Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises hat in seinen Arbeiten zur Geld- und Konjunkturtheorie bereits in den Zwanzigerjahren gezeigt, wie eine übermäßige Geld- und Kreditexpansion eine mit Fehlinvestitionen verbundene Blase auslöst, deren Platzen in einen Teufelskreislauf führt. Mises wies nach, dass Änderungen des Geldumlaufs nicht nur – wie die Klassiker behaupteten – die Preise, sondern auch die Umlaufgeschwindigkeit sowie das reale Produktionsvolumen beeinflussen. Zudem reagieren die Preise nicht synchron, sondern in unterschiedlichem Tempo und Ausmaß auf Änderungen der Geldmenge. Das verschiebt die Preisrelationen, beeinträchtigt die Signalfunktion der Preise und führt zu Fehlallokationen. Quelle: Mises Institute, Auburn, Alabama, USA
Gary Becker hat die mikroökonomische Theorie revolutioniert, indem er ihre Grenzen niederriss. In seinen Arbeiten schafft er einen unkonventionellen Brückenschlag zwischen Ökonomie, Psychologie und Soziologie und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der „Rational-Choice-Theorie“. Entgegen dem aktuellen volkswirtschaftlichen Mainstream, der den Homo oeconomicus für tot erklärt, glaubt Becker unverdrossen an die Rationalität des Menschen. Seine Grundthese gleicht der von Adam Smith, dem Urvater der Nationalökonomie: Jeder Mensch strebt danach, seinen individuellen Nutzen zu maximieren. Dazu wägt er – oft unbewusst – in jeder Lebens- und Entscheidungssituation ab, welche Alternativen es gibt und welche Nutzen und Kosten diese verursachen. Für Becker gilt dies nicht nur bei wirtschaftlichen Fragen wie einem Jobwechsel oder Hauskauf, sondern gerade auch im zwischenmenschlichen Bereich – Heirat, Scheidung, Ausbildung, Kinderzahl – sowie bei sozialen und gesellschaftlichen Phänomenen wie Diskriminierung, Drogensucht oder Kriminalität. Quelle: dpa
Jeder Student der Volkswirtschaft kommt an Robert Mundell nicht vorbei: Der 79-jährige gehört zu den bedeutendsten Makroökonomen des vergangenen Jahrhunderts. Der Kanadier entwickelte zahlreiche Standardmodelle – unter anderem die Theorie der optimalen Währungsräume -, entwarf für die USA das Wirtschaftsmodell der Reaganomics und gilt als Vordenker der europäischen Währungsunion. 1999 bekam für seine Grundlagenforschung zu Wechselkurssystemen den Nobelpreis. Der exzentrische Ökonom lebt heute in einem abgelegenen Schloss in Italien. Quelle: dpa
Der Ökonom, Historiker und Soziologe Werner Sombart (1863-1941) stand in der Tradition der Historischen Schule (Gustav Schmoller, Karl Bücher) und stellte geschichtliche Erfahrungen, kollektive Bewusstheiten und institutionelle Konstellationen, die den Handlungsspielraum des Menschen bedingen in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. In seinen Schriften versuchte er zu erklären, wie das kapitalistische System  entstanden ist. Mit seinen Gedanken eckte er durchaus an: Seine Verehrung und gleichzeitige Verachtung für Marx, seine widersprüchliche Haltung zum Judentum. Eine seiner großen Stärken war seine erzählerische Kraft. Quelle: dpa
Amartya Sen Quelle: dpa

So spart zum Beispiel der deutsche Staat dank der Euro-Krise schätzungsweise 40 Milliarden Euro an Zinszahlungen auf Staatsanleihen. Dieses Geld könnte benutzt werden, um Hartz-IV-Sätze zu erhöhen oder auch um Steuern zu senken. Einigen ginge es dadurch besser, vor allem aber niemandem schlechter. Eine Reform ganz nach dem Geschmack Paretos.

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    Die Pareto-Effienz ist aber eben ein nur minimal normatives Kriterium. Pareto wurde darum immer wieder vorgeworfen, sein Ansatz lasse Gerechtigkeitsprobleme außen vor. Doch für Pareto ist jeder effiziente Zustand gleich wertvoll.

    Ganz so realitätsfern, wie es auf den ersten Blick scheint, ist das nicht. Auf der rein materiellen Ebene tut es dem Armen tatsächlich nicht weh, wenn ein Reicher noch reicher wird, solange er nur selbst dadurch nicht noch ärmer wird. Allerdings kann es sein, dass der Arme sich darüber ärgert, dass die Welt immer ungerechter wird. Auch Pareto blendete diese Effekte nicht komplett aus. „Die politische Ökonomie muss die Moral nicht in ihre Betrachtung mit einbeziehen“, schrieb er 1906 in seinem Hauptwerk „Manuale d’economia politica“. Aber jeder, der aus ihr praktische Maßnahmen ableite, soll Pareto zufolge nicht nur die ökonomischen, sondern auch die moralischen, religiösen und politischen Konsequenzen bedenken.

    Alle Grabenkämpfe überstanden

    Wo Deutschlands beste Volkswirte forschen
    1. Uni MannheimDie neuen Sieger sind die alten. Im Mannheimer Schloss setzt man konsequent auf weltweit wettbewerbsfähige Spitzenforschung. Zudem ist die Fakultät sehr breit aufgestellt: Gleich fünf Forscher haben im Handelsblatt-Ranking zuletzt mehr als fünf Punkte sammeln können. Zu den prominentesten Neuzugängen gehört Antonio Ciccone, der etwa erforscht, ob Bürgerkriege eher ausbrechen, wenn die Wirtschaftslage schlecht ist. Auch Clemens Fuest, der seit März das Forschungsinsitut ZEW leitet, hat eine Professur an der Uni übernommen. Und die Familienökonomin Michèle Tertilt wurde jüngst vom Verein für Socialpolitik mit dem renommierten Gossen-Preis ausgezeichnet. Quelle: dpa
    2. Uni BonnNur knapp müssen sich die Bonner Ökonomen den Mannheimern geschlagen geben. War der Standort am Rhein – dem auch Deutschlands einziger Ökonomienobelpreisträger Reinhard Selten angehört – früher als Hort der theoretischen Modellforschung bekannt, so setzt man inzwischen auf Empirie. Forschungsstärkster Volkswirt ist der Experimentalökonom Armin Falk, der in seinen Projekten die Grenzen zwischen Ökonomie und Psychologie oder Medizin überschreitet. So beobachtet Falk etwa, wie Herzfrequenz oder Hirnströme auf ökonomische Belohnung reagieren. Quelle: dpa
    3. LMU MünchenDie Münchener Ökonomen leisten sich einen großen Luxus: eine eigene volkswirtschaftliche Fakultät, die sie sich nicht mit Juristen oder Betriebswirten teilen. Wie 2011 belegen die Münchener um Dekan Martin Kocher auch dieses Mal den dritten Platz. Trotz der Größe der Fakultät – zu der auch die acht Professoren des Ifo-Instituts beitragen – versuchen die LMUler sich auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren: so etwa auf die internationale Ökonomie, die Experimentalforschung und die Gesundheitsökonomie. Quelle: dpa
    4. Uni ZürichIm Jahr 2010 standen die Forscher der Züricher Uni noch ganz vorn im Handelsblatt-Ranking. Seither sind sie auf Platz vier zurückgefallen – allerdings haben sie inzwischen auch weniger Professoren. Stark ist Zürich vor allem in der Mikroökonomie: Der Experimentalökonom Ernst Fehr etwa, der immer wieder für den Wirtschaftsnobelpreis gehandelt wird, zeigt, wie das menschliche Handeln im ständigen Zwiespalt zwischen dem Streben nach Eigennutz und dem nach Fairness steht. Mit Hilfe einer Großspende der USB entstehen in Zürich bald wieder neue Professuren. Quelle: dpa Picture-Alliance
    5. ETH ZürichEs ist verwunderlich, dass eine Hochschule, die eigentlich Ingenieure und keine Ökonomen ausbildet, forschungsstarke Volkswirte anlockt. Doch der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ist das gelungen: An keiner anderen Fakultät veröffentlicht ein Professor im Schnitt so viele Artikel wie hier. Und so haben die Züricher gleich zwei Vertreter unter den Top 5 des Einzelrankings. Zum einen Peter Egger, der zum Beispiel untersucht, wie multinationale Firmen sinnvoll besteuert werden können. Zum anderen der Theoretiker Hans Gersbach, der die Mechanismen der Demokratie modelliert und Ideen zur Bankenregulierung entwickelt. Quelle: dpa
    6. Uni KölnDie traditionsreiche Kölner Volkswirtschaftslehre hat sich zuletzt komplett verjüngt. War die Fakultät früher bekannt für einen ordnungspolitischen, praxisbezogenen Ansatz, so geben heute die Grundlagenforscher den Ton an. International bekannt sind vor allem die Kölner Mikroökonomen. Doch auch in der Makroökonomie konnte die Fakultät zuletzt renommierte Forscher gewinnen. Am meisten publiziert derzeit der Vertragstheoretiker Patrick Schmitz, der unter anderem untersucht, wie Arbeitsanreize ausgestaltet sein müssen, damit Angestellte und Arbeitgeber wirklich an einem Strang ziehen. Quelle: dpa
    7. Uni FrankfurtZurückgefallen im Ranking sind in diesem Jahr die Frankfurter Ökonomen: Nach Rang 4 im Jahr 2010 landeten sie nur noch auf Platz 7. Doch mit Roman Inderst - der unter anderem über Wettbewerbstheorie und Bankenregulierung forscht - hat die Fakultät den mit Abstand forschungsstärksten Ökonomen im deutschsprachigen Raum an Bord. Auch holten die Frankfurter im vergangenen Jahr mit Mirko Wiederholt einen jungen Makroökonomen aus den USA zurück, der die neokeynesianischen Modelle ganzer Volkswirtschaften weiterentwickelt. Quelle: dpa

    Mit denen beschäftigte sich Pareto als Soziologe und Politikwissenschaftler, und hier war er mindestens so einflussreich wie bei den Ökonomen. Politik stellt sich ihm als permanenter Machtkampf verschiedener Eliten dar, ein anfechtbares Konzept: Für demokratische Ideen bleibt bei Pareto wenig Platz.

    In der Wirtschaftswissenschaft jedenfalls hat das Pareto-Kriterium alle ideologischen Grabenkämpfe innerhalb der Disziplin unbeschadet überstanden. Noch heute, mehr als 100 Jahre nach der ersten Formulierung des Prinzips, lernt niemand die Grundlagen der Mikroökonomie, ohne gleich zu Beginn auf Pareto zu stoßen. Im Standardwerk „Grundzüge der Mikroökonomik“ von Hal Varian wird das Konzept der Pareto-Effizienz gleich im ersten Kapitel eingeführt. Der Name Pareto ist einer der ersten, den junge Studenten der Volkswirtschaftslehre hören.

    Dabei war er im Vergleich zu anderen ökonomischen Genies ein Spätzünder. Pareto ging schon auf die 40 zu, als er sich erstmals wissenschaftlich mit Themen der Volkswirtschaft beschäftigte. Geboren wurde er im Revolutionsjahr 1848 in Paris als Sohn eines italienischen Flüchtlings und einer Französin. In der Heimat seines Vaters studierte er zunächst Mathematik und Physik und promovierte dann in Turin in Ingenieurwissenschaften. Später arbeitete er bei der staatlichen italienischen Eisenbahngesellschaft, anschließend bei Unternehmen der Eisenindustrie. 1886 wurde er schließlich an der Universität Florenz Dozent für Wirtschaftswissenschaften. Sein akademischer Durchbruch kam 1893, als er an der Universität Lausanne den Lehrstuhl des hoch angesehenen Ökonomen Léon Walras übernahm.

    Das Interesse des Ingenieurs an Gleichgewichtszuständen verhalf Pareto zu neuen ökonomischen Einsichten. Als er 1906 sein Effizienz-Kriterium definierte, schuf er auch die Grundlage für die Analyse von Marktgleichgewichten. „Mit der Pareto-Effizienz verfügen wir über ein Kriterium, das es uns erlaubt, effiziente von ineffizienten Gleichgewichten zu unterscheiden. Praktisch die gesamte moderne, auf der neoklassischen Mikroökonomie aufbauende Wohlfahrtstheorie basiert darauf und damit auch die Theorie der Wirtschaftspolitik“, sagt Volkswirt Wagener.

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      Wohlfahrtsökonomik geht in ihren Grundlagen auf Adam Smith und auf die allgemeine Gleichgewichtstheorie von Paretos Vorgänger Walras zurück. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Kenneth Arrow und Gérard Debreu formalisiert. Die Pareto-Effizienz bleibt aber entscheidendes Kriterium.

      Kein Werturteil

      Paretos erster Hauptsatz besagt, dass ein Marktgleichgewicht unter bestimmten Voraussetzungen eine Pareto-optimale Allokation der Güter hervorbringt. Dem zweiten Hauptsatz zufolge kann jede Pareto-optimale Allokation in einem perfekten Markt erreicht werden, indem die Anfangsausstattung mit den jeweiligen Gütern entsprechend verändert wird. Während der erste Hauptsatz auf die Marktkräfte und die unsichtbare Hand vertraut, ergibt sich aus dem zweiten, dass manchmal der Staat in die Verteilung eingreifen sollte.

      Zu einem Werturteil, welche Wirtschaftsordnung die bessere wäre, ließ sich Pareto nie hinreißen. Er galt als Anhänger des freien Marktes, schrieb aber auch: „Die reine Ökonomie gibt uns kein wirklich entscheidendes Kriterium für die Wahl zwischen einer Gesellschaftsorganisation, basierend auf dem Privateigentum, und einer sozialistischen Organisation an die Hand.“ Als einer der ersten Ökonomen setzte er auf mathematische Genauigkeit anstelle moralphilosophischer Rhetorik. Pareto war es auch, der den Begriff des Homo oeconomicus in die Volkswirtschaftslehre einführte.

      Auch für die methodische Entwicklung der Wirtschaftswissenschaft hat Pareto wichtige Beiträge geleistet. In seinem „Manuale d’economia politica“ führte er grundlegende Konzepte ein, die bis heute Bestand haben. Zum Beispiel für die Bewertung einer zentralen Maßeinheit der Wohlfahrtsökonomik: des Nutzens. Für die meisten Ökonomen damals war Nutzen schlicht mit Zahlen („kardinal“) messbar. Individuen konnte demnach eine Anzahl von Nutzeneinheiten zugewiesen werden, die dann verglichen und zu einem gesellschaftlichen Aggregat addiert werden konnten.

      Konjunktur



      Pareto wandte dagegen ein, so ein exakter Nutzengewinn sei empirisch nicht zu belegen. In der Realität könne man hingegen beobachten, wie sich Menschen entscheiden. Zieht jemand einen Warenkorb mit fünf Bananen und einem Apfel einem mit fünf Äpfeln und einer Banane vor, kann man daraus ableiten, dass der erste Warenkorb dem Betroffenen mehr Nutzen stiftet als der zweite. Der genaue Unterschied zwischen den Nutzenniveaus ist aber nach Paretos Ansicht nicht messbar. Er bestand deshalb auf einem nicht „kardinalen“, sondern „ordinalen“ Nutzenbegriff: Der lässt nur Abstufungen wie „besser“, „schlechter“ oder „gleich gut“ zu.

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        Seinen eigenen Optimalzustand fand Pareto schließlich im Schweizer Kanton Genf. Dort baute er sich mit geerbtem Geld ein Haus und kehrte der Lehre an der Universität den Rücken. Er erlebte noch, dass sich in seiner Heimat Benito Mussolini 1922 zum Diktator aufschwang. Der ernannte den von ihm bewunderten Pareto zum „Senator des Königreichs“. Wenige Monate darauf starb der italienische Gelehrte in Céligny bei Genf.

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