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Geldpolitik Die Zentralbanken sorgen für neue Blasen

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Die Rückkehr der Blasenwirtschaft

Dass diese in denselben Anlageklassen auftreten wie die zuvor geplatzte Blase, passt zum historischen Muster von Finanzkrisen. Nach dem Platzen großer Spekulationsblasen, so zeigt die Geschichte, bilden sich danach häufig „Echo-Blasen“. Ursache sind die massiven Liquiditätsspritzen, mit denen die Zentralbanken die Realwirtschaft in der Krise stützen. Echo-Blasen erreichen im Schnitt 30 bis 40 Prozent der Größe der vorangegangenen Spekulationsblase und platzen schneller als diese. Allerdings fallen die Asset-Preise nicht mehr auf ihre vorangegangenen Tiefstände zurück.

Dass Spekulanten ihre Fehler gerne wiederholen, zeigen auch Experimente des US-Nobelpreisträgers Vernon Smith. Smith hat Probanden in Laborexperimenten mit Wertpapieren handeln lassen. Nachdem die Teilnehmer den Preis immer weiter in die Höhe getrieben hatten, platzte die Blase.

Lerneffekt in der 3. Runde

Aufgefordert, das Experiment zu wiederholen, trieben die Probanden die Kurse erneut in luftige Höhen, offenbar weil sie hofften, diesmal schlauer zu sein und rechtzeitig auszusteigen. Wieder ging das schief, allerdings schneller als beim ersten Mal. Erst in der dritten Spielrunde setzte bei den Teilnehmern ein Lernprozess ein.

Gefördert werden Spekulationsblasen nach Ansicht von Yale-Ökonom Shiller, wenn sie mit einer ökonomischen Story unterfüttert sind. Die verbreitete Euphorie im Hinblick auf Schwellenländer, die zum neuen Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft hochgejazzt werden, könnte eine solche Story sein. Die Hausse an den chinesischen Aktien- und Immobilienmärkten jedenfalls sollte misstrauisch machen.

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    Die Zentralbanker befinden sich in einer Zwickmühle. Sie müssen früh genug auf die geldpolitische Bremse treten, um neuen Blasen entgegenzuwirken, und spät genug, um die Konjunktur nicht abzuwürgen. Ihre jüngsten Statements deuten darauf hin, dass sie eher zu spät als zu früh handeln werden.

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