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GeldpolitikEZB-Chefvolkswirt: Im Mai könnte weiterer Zinsschritt folgen

Für die EZB-Zinssitzung im Mai rechnen Experten mit einer erneuten Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Die EZB möchte sich bei ihrer Entscheidung auf Wirtschaftsdaten stützen. 06.04.2023 - 13:25 Uhr

Laut dem Chefvolkswirt der EZB haben vor allem Geringverdiener unter der Inflation zu leiden.

Foto: Reuters

Die EZB wird nach Einschätzung ihres Chefvolkswirts Philip Lane voraussichtlich im Mai die Zinsen erneut anheben, sollten die jüngsten Konjunkturprognosen der Notenbank-Ökonomen Bestand haben. „Wenn diese Projektionen bis zur Mai-Sitzung in der Spur bleiben, dann wird eine Zinserhöhung angemessen sein“, sagte Lane der Cyprus News Agency in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview.

In den kommenden Wochen müsse geschaut werden, ob die hereinkommenden Wirtschaftsdaten die im März vorgelegten Konjunkturprognosen unterstützen. Die nächste Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist für den 4. Mai geplant.

„Wenn die Grundannahmen, die wir vor dem Bankenstress entwickelt haben, Bestand haben, wird eine weitere Anhebung im Mai angemessen sein“, sagte Lane. Die EZB müsse jedoch datenabhängig beurteilen, ob diese Annahmen zum Zeitpunkt der Mai-Sitzung noch gültig seien.

Den EZB-Währungshütern hatten zu ihrem Zinstreffen Mitte März neue Wachstums- und Inflationsprognosen der hauseigenen Notenbank-Ökonomen vorgelegen. Diese Prognosen wurden allerdings zu einem Zeitpunkt abgeschlossen, der noch vor den jüngsten Turbulenzen im Bankensektor lag.

Der Kollaps der Silicon Valley Bank (SVB) vor einem Monat in den USA hatte an den Finanzmärkten Schockwellen ausgelöst und Angst vor einer neuen Bankenkrise geschürt. Der Notverkauf der Schweizer Credit Suisse fachte diese Sorgen erneut an. Inzwischen hat sich die Lage an den Finanzmärkten aber wieder etwas beruhigt.

Investoren rechnen mit Zinshöhepunkt im September

Die EZB setzte im Kampf gegen die hohe Inflation seit der Zinswende im Juli 2022 die Zinsen bereits sechs Mal in Folge hoch – zuletzt Mitte März um 0,50 Prozentpunkte. Der an den Finanzmärkten maßgebliche Einlagensatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, liegt damit mittlerweile bei 3,0 Prozent.

>> Lesen Sie hier: US-Geldmarktfonds boomen – und gefährden das Finanzsystem von zwei Seiten

Aus den Kursen am Geldmarkt geht hervor, dass Investoren den Zinshöhepunkt beim Einlagensatz im September bei rund 3,50 Prozent ansetzen. Für die Sitzung am 4. Mai wird fest mit einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Ein weiterer Zinsschritt nach oben um erneut einen Viertel-Prozentpunkt wird im Sommer erwartet.

„Für uns bei der EZB ist es wichtig, dass die Zinspolitik auf die Herausforderung der Inflation antwortet“, sagte Lane. Die Inflation ist dank sinkender Energiepreise zwar im März auf 6,9 Prozent von zuvor 8,5 Prozent im Februar gesunken. Doch die Kerninflation, in der die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert sind, macht vielen Währungshütern Sorgen.

Dieses Inflationsmaß ist im März den vierten Monat in Folge gestiegen auf nunmehr 5,7 Prozent. Im Februar hatte die Kernrate bei 5,6 Prozent gelegen.

Vor allem Geringverdiener hätten unter der Inflation zu leiden, sagte Lane. Sie seien mit sehr hohen Lebensmittelpreisen konfrontiert und müssten immer noch den Anstieg der Strom- und Gaspreise im vergangenen Jahr verkraften. Für Lane ist daher klar: „Es ist im Interesse aller, dass die Inflation nicht zu lange zu hoch bleibt.“

rtr
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