Geldpolitik: EZB-Direktorin Schnabel: „Komplexe Situation“ vor der nächsten EZB-Ratssitzung
Die nächste Ratssitzung findet am 3. und 4. Mai statt.
Foto: ReutersEZB-Direktorin Isabel Schnabel ist sich angesichts eines komplexen Umfelds der Zinsentscheidung nicht sicher, was die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer nächsten geldpolitischen Ratssitzung Anfang Mai beschließen wird. Für die folgenden Treffen sei die Unsicherheit noch größer.
Bei einem Vortrag beim ZEW-Institut in Mannheim sagte Schnabel, dass die Turbulenzen im Bankensektor in den USA und bei der Credit Suisse die Situation noch komplexer gemacht hätten. Daher sei es noch wichtiger als sonst, die eingehenden Daten zu berücksichtigen, etwa bezüglich der Kreditvergabe durch die Banken.
Die EZB-Ratsmitglieder halten sich mit Vorhersagen für ihre Mai-Sitzung bislang bedeckt. Als wahrscheinlich gilt, dass sie zwischen einem Zinsschritt um 25 und 50 Basispunkten entscheiden. Im Rat sind Befürworter einer strengen geldpolitischen Linie der Ansicht, dass die Bankenkrise bereits eingedämmt und zugleich die Inflation zu hoch ist. Sie erachten eine Anhebung um 50 Basispunkte daher weiter als möglich.
Die Verkürzung ihrer Bilanz sei der EZB bislang gut gelungen, so Schnabel. Die Märkte hätten die Umkehr der quantitativen Lockerung verdauen können. Unklar sei jetzt noch der Endpunkt beim Bilanzabbau, also wie groß das Buch der EZB längerfristig bleiben solle. Darüber werde derzeit noch diskutiert, so Schnabel.