Geldpolitik Norwegens Notenbank hebt Leitzins um 0,5 Prozentpunkte an – Höchster Stand seit 2011

Die Währungshüter in Oslo erhöhten den geldpolitischen Schlüsselsatz auf 2,25 Prozent. Sie signalisierte für November bereits eine erneute Straffung ihrer Geldpolitik.

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Die Zentralbank signalisierte für November bereits eine erneute Straffung ihrer Geldpolitik. Quelle: Reuters

Die norwegische Notenbank stemmt sich mit einem weiteren großen Zinsschritt gegen die starke Inflation im Land. Die Währungshüter in Oslo erhöhten den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag von 1,75 auf 2,25 Prozent. Er liegt damit so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Von Reuters befragte Experten hatten mit dieser Anhebung um einen halben Punkt gerechnet.

Die Zentralbank hatte die Zinsen bereits im August und im Juni um jeweils einen halben Punkt nach oben gesetzt. Sie signalisierte für November bereits eine erneute Straffung ihrer Geldpolitik. Der Zinssatz könne im kommenden Winter bei rund drei Prozent liegen.

„Die Inflation liegt deutlich über unserem Zielwert von zwei Prozent, und es besteht die Aussicht, dass die Inflation länger hoch bleiben wird als bisher angenommen“, begründete Notenbank-Gouverneurin Ida Wolden Bache den Schritt. „Wir erhöhen den Leitzins mit dem Ziel, die Inflation zu senken.“

Das von den Währungshütern in Oslo besonders beobachtete Inflationsmaß, bei dem Energiepreise und Steuern ausgeklammert werden, stieg im August auf 4,7 von 4,5 Prozent im Juli. Damit liegt es weit über dem Zielwert von 2,0 Prozent. „Wenn sich abzeichnet, dass die Inflation länger höher bleiben wird, als wir jetzt prognostizieren, könnte ein höherer Leitzins erforderlich werden“, erklärten die Notenbanker ihre Bereitschaft zu weiteren Straffungen.

Die Zentralbank im skandinavischen Nachbarland Schweden hat jüngst für einen geldpolitischen Paukenschlag gesorgt und den Leitzins zur Bekämpfung der starken Teuerung um einen vollen Punkt erhöht. Und jenseits des Atlantiks hat die einflussreiche US-Notenbank Fed den Preis des Geldes nunmehr bereits zum dritten Mal in Folge mit einer kräftigen Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte deutlich nach oben geschraubt, um damit dem Preisauftrieb Paroli zu bieten.

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