Geldpolitik Rehn fordert Zinsschritte um einen halben Punkt im Februar und März

Ähnlich wie Lagarde, fordert der finnische Notenbankchef den 0,5 Prozent Kurs für die kommenden Zinsentscheidungen beizubehalten. Der Weg bis zum Zielniveau sei noch lang.

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Quelle: Bloomberg

Die EZB wird aus Sicht des finnischen Notenbankchefs Olli Rehn im Kampf gegen die hohe Inflation die Zinsen wahrscheinlich um jeweils einen halben Prozentpunkt auf ihren nächsten beiden Zinstreffen anheben müssen. „Wir werden den Kurs beibehalten, wie Präsidentin Lagarde gestern angedeutet hat und das wird wahrscheinlich Zinserhöhungen um 50 Basispunkte in den kommenden Sitzungen im Februar und März bedeuten, zumindest soweit ich das sehe“, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag auf einer Pressekonferenz.

„Wir werden den Kurs beibehalten und alles tun, was nötig ist, um die Inflation einzudämmen und sie auf dem Zielniveau zu stabilisieren“, sagte Rehn. Es sei noch ein langer Weg zu gehen.

Die EZB hob am Donnerstag den Leitzins um 0,50 Prozentpunkte auf nunmehr 2,50 Prozent an. Der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, wurde im selben Umfang auf 2,00 Prozent erhöht.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte zudem in Aussicht, das die Notenbank den Takt der Zinserhöhungen um 0,50 Prozentpunkte vorerst beibehalten werde. Dies gelte auf Basis aktuell vorliegender Daten für die nächste Sitzung, möglicherweise auch für die übernächste und danach. Die Inflation im Euro-Raum ist mit 10,1 Prozent im November aktuell rund fünf Mal so hoch wie die mittelfristige Zielmarke der EZB von zwei Prozent.

Investoren an den Finanzmärkten hatten auf die Äußerungen von Lagarde umgehend reagiert. Dort stieg die geschätzte Endrate bei den Zinsen gemessen am Einlagensatz von 2,9 auf 3,1 bis 3,2 Prozent. Rehn ist sich nicht sicher, ob dies zutreffend ist. „Ob die Erwartungen der Märkte hinsichtlich der Endrate bei den Zinsen ausreichend ist, bleibt abzuwarten“, sagte er. „Im Moment bin ich davon noch nicht ganz überzeugt.“

Aus Sicht des österreichischen Notenbankchefs Robert Holzmann entspricht die kämpferische Botschaft der EZB nach ihrer Zinssitzung am Donnerstag einer Zinserhöhung um einen dreiviertel Prozentpunkt. Diese starke Ansage sei für Holzmann wie eine Erhöhung um 75 Basispunkte, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag in Wien.

„Die Frage war, ist es möglich, eine Kommunikation zu konstruieren, die gleich stark ist und wahrgenommen wird“, führte er aus. Er sehe, wie die Finanzmärkte das aufgenommen hätten. Das sei voll verstanden worden, merkte er an.

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